Geschichte des FC Glarus

Der nachfolgende Text zur Vereinsgeschichte (von der Gründung 1912 bis ins Jahr 1987) stammt aus der Chronik „75 Jahre FC Glarus 1912 – 1987“ geschrieben vom Ehrenmitglied des FC Glarus Hans Umberg-Landolt. 

 

Der FC Glarus wurde am 22. Januar 1912 als „FC Linth-Glarus“ im Restaurant «Erlenbräu» in Glarus gegründet. Der erste Vereinsvorstand setzte sich aus den Herren Dr. iur. Otto Kubli (Gründungspräsident), Christian Bieri, Balthasar Elmer (Aktuar) und Fritz Karius zusammen. Bereits am 2. Februar 1912 trafen sich die Gründungsmitglieder wieder, da der Gründungspräsident Dr. iur. Otto Kubli sein Präsidenten-Amt ablehnte. Für ihn wurde Christian Bieri zum neuen Vorsitzenden gewählt. Bei der Diskussion um das Spielfeld einigte man sich auf den Platz neben dem Eisfeld „auf Erlen“. Mit grossem Eifer machte sich der Vorstand an die Schaffung von Statuten, wobei jene des FC Kickers Luzern als Grundlage dienten. Auf den 16. März 1912 wurde mit dem FC Wädenswil das erste Wettspiel vereinbart. Jedoch warteten die Glarner Spieler am besagten Datum vergebens auf die Spieler aus Wädenswil. Es stellte sich heraus, dass beim Vereinbaren dieses Spieles nicht klar kommuniziert wurde, wo dieses Spiel stattfinden sollte. So warteten am selben Datum die Wädenswiler auf ihrem Sportplatz „Geeren“ auf den Besuch der Glarner.

 

Das erste Spiel des FC Linth-Glarus (jeweils kurz FC Linth genannt) fand dann am Ostermontag am 8. April 1912 statt. Die vierte Mannschaft des FC St. Gallen war auf dem Eisfeld in Glarus zu Gast und siegte hoch mit 0:7. 

 

Eines der Hauptprobleme jener Zeit bildete wohl die Terrainfrage; anfangs Mai 1912 berichteten die „Glarner Nachrichten: „…auch die an Werktagen in der Umgebung des Eisfelds aufgehängte Wäsche ist nicht sicher vor dem fliegenden Ball.“

 

Am 12. Januar 1913 fand in Näfels eine Versammlung statt, die vom FC Linth und von interessierten Fussballern aus Näfels einberufen wurde. Es sollte die Frage einer allfälligen Fusion mit den Näfelser Sportfreunden besprochen werden, wobei man von Seiten des FC Linth die Ansicht vertreten wollte, auf die Näfelser Fussballer keinerlei Druck auszuüben, sofern diese einen selbständigen Verein gründen wollten. Der erste Versuch einer Fusion scheiterte und die „Glarner Nachrichten“ meldeten am 23. März 1913: “ Der FC Linth-Glarus hat sich östlich der Bahngleise Netstal-Näfels einen Spielplatz angelegt und trägt zur Einweihung des Platzes morgen Nachmittag ein Wettspiel gegen den FC Näfels aus.“ Das Spiel endete mit einem klaren 13:0 Erfolg des FC Linth-Glarus. Der Gedanke einer Fusion der beiden Vereine blieb jedoch wach und am 7. Dezember 1913 beschloss eine nach Näfels einberufenen gemeinsame Versammlung grundsätzlich die Vereinigung der beiden Vereine. 

 

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges legte den Fussballsport auch im Glarnerland lahm. Verschiedene Mitglieder hatten Aktivdienst zu leisten, der Vereinsvorstand trat zurück und im Protokoll stand: „Es entstand eine solche Unordnung, dass niemand wusste, ob eigentlich der Verein noch existierte oder nicht.“ An der „Fahrt“ des Jahres 1916 trafen sich in Näfels sieben frühere Mitglieder zur Neugründung des FC Linth-Näfels. Doch auch dem wieder gegründeten Verein war kein Glück beschieden. Die sportliche Tätigkeit in den Jahren 1916 bis 1919 blieben sehr bescheiden, und so erstaunte es nicht, dass anfangs 1920 auf Initiative von Dr. iur. O. Kubli, P. Cordillot, A. Hüsser und A. Hilger einen erneuten Versuch einer Wiedergründung eines eigenen Vereins in Glarus unternommen wurde. Ende Juli beschloss man die Erstellung von Torgestängen, die Anschaffung von Jerseys in Rot/Schwarz und die Austragung eines Wettspieles gegen die zweite Mannschaft des FC Chur. Das Spiel ging am 1. August 1920 in Chur knapp mit 4:3 verloren. An der „Kilbi“ fand auf dem Eisfeld das Rückspiel gegen die Churer Mannschaft stat und endete mit einem 4:2 Erfolg der Gastgeber vor einer ansehnlichen Zuschauerkulisse von 400 Personen.

 

Ein Gesuch an den Gemeinderat, das Eisfeld zu vergrössern und zu einem Turn- und Sportplatz auszubauen, wurde 1921 leider abschlägig beantwortet. Die stetig ansteigende Mitgliederzahl liess bereits die Bildung einer zweiten Mannschaft zu. Ferner beschloss die Vereinsversammlung, den Klubnamen auf „Fussballclub Glarus“ abzuändern. Stattliche Zuschauerzahlen und attraktive Gegner konnten 1921 auf „Erlen“ verzeichnet werden. Im Spielbericht vom 1. Mai 1921 heisst es: „Grosszügige Reklame und schönes Landsgemeinde-Wetter vermochten rund 1’000 Zuschauer auf unseren Platz zu locken. Um 14.00 Uhr begann das Spiel gegen FC Young Fellows III nachdem die Captains gegenseitige Blumengrüsse ausgetauscht hatten.“ Am 16. Mai lud der FC Glarus gar zum ersten internationalen Spiel in Glarus ein. Die dritte Mannschaft des FC Konstanz war zu Gast. Im Herbst 1921 beschloss der Gemeinderat endlich, im Buchholz das notwendige Areal dem Verein zur Verfügung zu stellen. Die leidige Platzfrage ging einem guten Ende entgegen.

 

Wie zur damaligen Zeit die Verhältnisse zwischen den Vereinen aus Glarus und Näfels sich gestalteten, zeigt eine Einsendung vom 10. November  1922 in den „Glarner Nachrichten“: „Sagen wir es frei heraus, ihr Herren von Näfels und Glarus! Das war kein faires Fussballspiel mehr, das verdient viel eher die Bezeichnung „Knebeli“. Das war eine Gehässigkeit, als handle es sich um einen Boxkampf. Dem Fussballsport im Lande Fridolins wäre besser gedient, wenn sich die beiden fraglichen Klubs für eine gewisse Zeit nicht mehr begegnen würden.“

 

Mit der Schaffung des neuen Sportplatzes hatte man eine Aufwärtsbewegung im Verein erwartet, stattdessen trat unverhofft eine gegenteilige Entwicklung ein. Ein starker Mitgliederschwund und – laut Protokoll der Monatsversammlung vom September 1923 – aufkommende Disziplinlosigkeit einzelner Mitglieder waren zu verzeichnen. Mitgliederschwund, sportliche Misserfolge und eine zusehends angespanntere finanzielle Lage veranlassten die Versammlung vom 28. September 1927, sich über die künftige Beteiligung an Meisterschaftsspielen zu befassen. Der Vorstand unterbreitete der Versammlung einen Vorschlag, der zu einem Entscheid in der Grundsatzfrage: Rückzug von der Meisterschaft oder erneute Fusion mit dem FC Näfels führen sollte. Nach einer turbulenten Diskussion wurde 12:3 Stimmen beschlossen, mit dem sich in ähnlicher Lage befindlichen „Erzfeind“ in Unterhandlung zu treten. Leider sind aus dieser Zeit (September 1927 bis Oktober 1930) keine protokollarischen Aufzeichnungen überliefert. Diese Zeitspanne umfasst die Vereinigung der beiden Klubs zum „Glarner Sportclub Glarus-Näfels“. Zum zweiten Mal hatte nunmehr der FC Glarus aus widerlichen Umständen heraus seine Eigenständigkeit aufgeben müssen. Der Fusion lag der Gedanke zugrunde, dass nur vereintes Marschieren die Sache des Fussballsportes im Kanton Glarus erhalten könne. Aber auch diese zweite Verschmelzung brachte wie schon Jahre zuvor nicht den erhofften Aufschwung. Der Jahresbericht 1928 des Präsidenten zeichnet wahrlich düstere Verhältnisse: „Der Zusammenschluss der beiden ehemaligen Klubs von Glarus und Näfels hat nicht das Resultat gezeitigt, das man sich versprach. Wohl war ein Anwachsen der Mitgliederzahl die natürlich Folge der Vereinigung. Dagegen hat das Interesse, das die Mitglieder der neuen Vereinigung entgegenbrachten, schon stark nachgelassen. Der innere Zusammenhang, die Kameradschaft, die Disziplin unter den Mitgliedern ist nicht, wie es sein sollte. Durch diese Zusammenhangslosigkeit sind wir heute auf dem Punkte angelangt, wo wir uns ernstlich die Frage vorlegen müssen, ob der Klub so weiterhin existieren kann oder nicht.“ Sich rasch folgende Demissionen im Vorstand und zusehends grössere Uneinigkeit zwischen ehemals FC Glarus und FC Näfels Angehörigen mündeten Ende 1929 in einem kollektiven Austritt der in Näfels ansässigen Mitglieder bzw. zu einer Neugründung des FC Näfels. Eine Neugründung des FC Glarus erfolgte postwendend, und die neuformierte Mannschaft beteiligte sich in der Saison 1929/30 an der Meisterschaft der Serie D.

 

FC Glarus – wann spielte man in welcher Liga?

Mit der wiedererlangten Eigenständigkeit kehrte auch der sportliche Erfolg zurück: Gruppensieg und Bestreitung der Promotionsspiele. Am 16. März 1930 traf die Glarner Elf im Buchholz auf den FC Perlen LU und siegte hoch mit 7:2. Eine deutliche Niederlage mit 1:4 beim FC Zürich III machte nur eine Woche später alle Aufstiegshoffnungen zunichte.

 

Auch die Saison 1930/31 endete mit dem Gruppensieg für die Glarner. Die dritte Mannschaft des FC Zürich verhinderte jedoch erneut den erhofften Aufstieg. Trotz der sportlichen Erfolge notierte Captain Paul Vogel in seinem Saisonrückblick: „Das Training litt natürlich wie immer unter schlechtem Besuch, denn ein grosser Teil unserer Spieler hat den Wert eines gewissenhaften, regelmässigen Trainings noch nicht erkannt.“

 

Der Höhepunkt der Saison 1931/32 bildete zweifellos ein Freundschaftsspiel am 5. Juni 1932 auf dem Zürcher Letzigrund gegen die dritte Mannschaft des FC Zürich als Vorspiel der Finalbegegnung um die Schweizer Meisterschaft zwischen dem Platzclub und Urania Genf vor über 4’000 Zuschauer.

 

Auch die Saison 1933/34 nahm einen sportlich sehr erfreulichen Verlauf, indem erneut die Gruppenmeisterschaft erkämpf werden konnte. Mit zwei deutlichen Siegen gegen den FC Horgen III sicherte sich das Team den Titel eines Regionalmeisters! 

 

Die Spielzeit 1934/35 nahm der Verein in der 4. Liga in Angriff. Auch in der höheren Spielklasse hievte sich das Team gleich an die Tabellenspitze, und nach Beendigung der Punkteserie kam es zwischen den punktegleichen Mannschaften des FC Glarus und der Sea-Boys Stäfa zu einem Stichkampf, den die Glarner unglücklich mit 2:3 nach Verlängerung verloren. 

 

Eine erfreuliche Zunahme an Aktivmitgliedern ermöglichte es dem Verein, für die Saison 1935/36 erstmals zwei Mannschaften zu stellen. Einmal mehr beendigte die erste Mannschaft die Saison hinter den Sea-Boys aus Stäfa auf dem Ehrenplatz, und auch in der Folgesaison sollte es nicht anders sein. Dennoch blieb der damalige Berichterstatter zuversichtlich: „Wir werden auch einmal in der 4. Liga Gruppenmeister werden, das ist ganz sicher. Zusammenhalten und Kämpfen heisst die Parole!“

 

An der Hauptversammlung 1937 wurde eine umfassende Statutenrevision beschlossen. Fast unverändert blieb diese Fassung der Vereinsstatuten bis ins Jahr 1985 in Kraft. Das Jubiläum aus Anlass des 25jährigen Vereinsbestehens wurde 1937 mit einer einfachen, würdigen Feier begangen. Die „Glarner Nachrichten“ berichteten am 4. Juli 1937: „Das Hauptspiel zwischen FC Adliswil I und einer kombinierten Mannschaft FC St. Gallen I / FC Glarus I brachte durchwegs sehr guten und auch sehr fairen Sport und endete mit 2:1 für die Adliswiler, die eine geschlossenere Mannschaftsleistung boten. Unsere Glarner Spieler ergänzten mit ganz wenigen Ausnahmen das Mannschaftsgefüge der St. Galler Spieler recht gut, und mit etwas besserer Leistung der Innenstürmer hätte der Sieg ebenso gut den Kombinierten zufallen können. Die Jubiläumsfeier im Hotel Löwen war einfach, sinnig und würdig gestaltet und galt einem Rückblick und einem Ausblick. Der Ehrenpräsident, Herr Dr. Kubli, schilderte die Entwicklung des jungen Rasensportes seit den Jahren 1906, sprach sich in feiner Weise über Wert, Bedeutung und Wesen des Fussballsportes im besonderen und über den richtigen, gesunden Geist des Sportes überhaupt aus. Was für jeden Sportler im Sport gelte, das sei auch Voraussetzung im täglichen und öffentlichen Leben: Mut, Tatkraft, Einsatzbereitschaft, Offenheit, verständnisvolles Sichunterordnen unter einen Gesamtwillen, Zusammenarbeit und Kameradschaft.“

Tabelle Saison 1938/39
1. FC Rüti ZH
2. FC Glarus
3. FC Schmerikon
4. FC Rapperswil

 

 Mit grossen Ambitionen nahm man die Saison 1939/40 in Angriff, hatte der Verein doch eine gute Mischung jüngerer und älterer Spieler gefunden und wollte endlich den „Fluch“ der zweiten Plätze loswerden. Doch der Kriegsausbruch im September 1939 machte vorerst alle Pläne zunichte. Viele Aktivmitglieder hatten Militärdienst zu leisten, und das Vereinsleben wurde dadurch stark beeinträchtigt. In den Protokollen jener Zeit finden sich diesbezüglich u.a. folgende Aufzeichnungen: „Da wir gegenwärtig Schwierigkeiten haben, eine Mannschaft für die noch ausstehenden Meisterschaftsspiele zu stellen, wird von einigen Spielern beantragt, unsere Mannschaft zurückzuziehen (März 1940). Dass es unter den gewesenen Verhältnissen überhaupt noch möglich war, den Spielbetrieb mit einer Mannschaft notdürftig aufrecht zu erhalten, verdient die volle Anerkennung der noch hiergebliebenen Mitglieder. Die Mannschaft landete schliesslich auf dem 3. Platz in einer Gruppe von fünf Mannschaft. Es darf hervorgehoben werden, dass alle ausgetragenen Spiele mit eigenen Leuten absolviert werden konnten. Man machte von dem verlockenden Angebot von Militärspielern keinen Gebrauch, während dieses Geschäft bei benachbarten Klubs in hoher Blüte stand, aber trotzdem nicht immer zum ersehnten Ziele führte (August 1940).“ Ein grosses Glück für den Verein war, dass die Liegenschaften-Kommission der Gemeinde Glarus sehr grosses Verständnis zeigte und den Sportplatz nie für die sog. „Anbauschlacht“ heranzog.

 

Was in unzähligen Anläufen auf dem Spielfeld misslungen war, erreicht man 1942 am „grünen“ Tisch: den langersehnten Aufstieg in die 3. Liga! Da der FC Niederurnen als Gruppensieger und Aufsteiger vom Umstand, wenige Spieler im Militärdienst zu haben, profitiert hatte, gelangte die Vereinsführung mit einem Gesuch um eine ausserordentliche Promotion vor die Regional-Delegierten-Versammlung. Mit grossem Mehr entsprachen die Delegierten diesem Ansinnen, und so kam der angestrebte Aufsteige auf diese ungewöhnliche Weise zustande. Im Protokoll der Monatsversammlung vom August 1942 ist nachzulesen: „Die Delegierten-Versammlung der Region Zürich hat uns in die 3. Liga gelüpft. Nicht aus Mitleid oder sonstigen Herzensregungen, sondern weil man auch andernorts glaubt, dass wir keine schlechte Figur machen werden. Jetzt liegt es an uns zu zeigen, dass sie recht hatte.“

 

 Schon seit vielen Jahren hatte sich die Vereinsführung stets mit dem Gedanken befasst, eine Juniorenbewegung ins Leben zu rufen. Aus personellen und organisatorischen Gründen musste dieses Vorhaben jedoch stets verschoben werden. Endlich, am 12. Mai 1942, konnte J.F. Stöckli einen Entwurf eines Juniorenreglements der Mitgliederversammlung vorlegen. Nach eingehender Diskussion an der darauffolgenden Hauptversammlung wurde dieses genehmigt und in Kraft gesetzt.

Nachdem schon in den ersten Jahrzehnten des Vereinsbestehens immer wieder versucht worden war, eine Juniorenbewegung ins Leben zu rufen, gelang dieses für jeden Fussballclub existentielle Vorhaben auf Initiative von Jeanfritz Stöckli im Frühjahr 1942. Im Protokoll der ersten Juniorenversammlung vom 2. Mai 1942 hielt der Gründer fest: «Die Ziele der Juniorenabteilung sind in erste Linie körperliche Ertüchtigung und Erziehung zu einer ehrlichen, sportlichen Gesinnung und erst in zweiter Linie die Heranbildung technisch und taktisch gut beschlagener Fussballer. Bei aller Leidenschaft, die man für unseren Sport aufbringen kann, darf kein Junior vergessen, dass er nie Selbstzweck werden darf, sondern hinter die Pflichten gegenüber Schule, Beruf und Elternhaus zurückstehen muss. Disziplin und Sauberkeit sind die Merkmale jedes einzlen Juniors. Das Band aber, das alle zusammenhält, heisst: Kameradschaft! Heute bedarf die Abteilung noch des Schutzes des FC Glarus. Möge sie ihm einst zu einer Stütze werden.»

Bei der Gründung umfasste die Junioren-Abteilung 14 Junioren, die in gelb-schwarzen Tenüs Fussballgeschichte schreiben wollten. Disziplinarische Vorschriften wurden gemäss Protokoll vom 18. Juni 1942 folgende erlassen: «An Trainings- und Spieltagen sind Alkohol und Nikotin verboten. Die Spieler haben sauber zu erscheinen. Die Entscheide der Schiedsrichter sind diskussionslos hinzunehmen. Auseinandersetzungen mit Spielern der eigenen oder gegnerischen Mannschaft gibt es nicht.»

 

Mit Beendigung des Zweiten Weltkrieges normalisierte sich auch das Vereinsleben und der Spielbetrieb, was sich sofort in den sportlichen Leistungen positiv niederschlug. 1945 stieg die zweite Mannschaft ebenfalls in die 3. Liga auf, und bereits ein Jahr später errang die erste Mannschaft erstmals in der Vereinsgeschichte den Gruppensieg in der 3. Liga. Am 19 .Mai 1946 trafen im „Buchholz“ der FC Glarus und der FC Rorschach aufeinander. Mit einem deutlichen 1:4 Erfolg schwangen die Gäste obenaus, was den damaligen Glarner Captain zu folgendem Spielbericht veranlasste: „Es sei gleich vorweggenommen, dass die Einheimischen in diesem Spiel von allen guten Geistern verlassen schienen. Von einem Mannschaftsspiel war nicht die Rede. Beim Stande von 0:1 konnten wir einen Penalty nicht verwandeln, und schon eine Minute später erhöhte Rorschach auf 0:2. Eines ist sicher: wenn unsere Mannschaft nicht besser spielen kann, als dies heute der Fall war, dann ist es besser, wenn wir in der 3. Liga bleiben und dort Spiele gewinnen, als dass in der 2. Liga fast alle Treffen verloren werden.“. Am 2. Juni hatten die Glarner bei der zweiten Mannschaft des FC Kreuzlingen anzutreten. Im Spielbericht heisst es: „Nach dem schlechten Spiel gegen Rorschach sah man mit gemischten Gefühlen dem Treffen in Kreuzlingen entgegen, hat sich doch diese Mannschaft als stärkste unserer Aufstiegsgruppe erwiesen. Wir bleiben denn auch nicht lange im Ungewissen über den Ausgang des heutigen Treffens.“ Mit einem 1:4 Rückstand zur Pause bahnte sich in der Tat eine Kanterniederlage an, die sich letztlich mit einem Skore von 2:7 auch einstellte.

 

Auch in der folgenden Spielzeit 1946/47 hiess der Gruppensieger FC Glarus. Doch auch diesmal erwiesen sich die Gegner als stärker, obschon sich die Glarner Elf bedeutend besser als ein Jahr zuvor in Szene zu setzen wusste. Einem klaren 5:1 Heimsieg gegen den FC Rorschach (und damit der geglückten Revanche für die Heimniederlage ein Jahr zuvor) folgte eine bittere Niederlage in Weinfelden (2:5). Da nach Abschluss der Aufstiegspoule jede Mannschaft zwei Punkte verzeichnete, musste die ganze Runde wiederholt werden. Nach einem Auswärtssieg mit 2:4 Toren in Rorschach durfte man sehr optimistisch an einen Aufstieg glauben. Umso ernüchternder fiel das abschliessende Heimspiel gegen den FC Weinfelden aus. Eine 1:2 Niederlage machte alle Hoffnungen zunichte und verurteilte den FC Glarus zu einem erneuten Anlauf in der 3. Liga.

 

Saison 1947/48
Nach Beendigung des Meisterschaftspensums der Saison 1947/48 hatte die Rangliste folgendes Aussehen:
– 1. FC Glarus – 28 Punkte (16 Spiele)
– 2. FC Blue Stars II – 23 Punkte (16 Spiele)
– 3. Grasshoppers IIIa – 20 Punkte (16 Spiele)
Einmal mehr qualifizierte sich somit die Glarner Elf für die Aufstiegsspiele zur 2. Liga. Zur Vorbereitung auf die zu erwartenden schweren Spiele mass sich die Mannschaft am 9. Mai 1948  mit dem Erstligisten FC Höngg und siegte mühelos mit 4:1. Im Spielbericht heisst es: „Höngg hätte von Glarus viel lernen können. Bei uns ging es wieder einmal fast zu gut, Hoffentlich hält die Form bis den Finalspielen.“
Am 30. Mai 1948 hatte der FC Glarus bei der Spielvereinigung Schaffhausen anzutreten. Lassen wir den Captain zu Worte kommen: „…Früh kleiden wir uns um, jeder Spieler wird noch massiert, die letzten Ratschläge erteilt, etwas Traubenzucker verabreicht, und schon eilen wir auf das Feld. Da, in der 5. Minute brennt es lichterloh in unserem Strafraum! Der Halbrechte knallt aus acht Metern unter de Latte. Tor! Doch nein! Unser Torhüter faustet mit wachem Reflex in Corner. Es entsteht ein grosses Gedränge vor dem Tor, und Spalinger kann mit Körpereinsatz den Ball über die Linie drücken: 1:0. Doch schon in der nächsten Minute pfeift der nervöse Schiedsrichter ein kleines Foul im Strafraum. Die Schaffhauser versenken den Penalty unhaltbar. Unser Sturm kommt nun wieder besser in Fahrt, und unser Mittelstürmer siegt im Zweikampf gegen den Verteidiger und schiesst aus 16 Metern unhaltbar in die Ecke: 2:1 für den FC Glarus.“ Nach diesem hartumkämpften Auswärtssieg folgte eine Woche später das Heimspiel gegen Juventus Zürich. Nicht weniger als 1’500 Zuschauer säumten das Spielfeld im „Buchholz“. Im Matchbuch ist nachzulesen: „Das Publikum feuert die eigene Mannschaft frenetisch an. In der 25. Minute Freistoss von Reutlinger, und Werner Spalinger fälscht den Ball mit dem Kopf in die andere Ecke zur 1:0 Führung. Kurz nach der Halbzeit schickt Kundert den Mittelstürmer, und dieser knallt in die entferntere Ecke zum 2:0. Nur zwei Minuten später schickt Oertli einen Corner, und dieser wird von Kundert mit Scherenschlag direkt unter die Latte gejagt. Dann kann der völlig freigespielte Oertli auch noch zwei Tore erzielen. Es war ein schönes Spiel, das die Zuschauer begeisterte. Nach Jahren haben wir nun das gesteckte Ziel erreicht. Möge unsere Arbeit weiter im Sinne sportlicher Zusammengehörigkeit gedeihen.“ Die Krone auf diesen Erfolg setzte die Mannschaft noch mit der Erringung des Regionalmeistertitels in zwei überlegen geführten Spielen gegen den FC Industrie Zürich. Am bisher grössten Erfolg der Vereinsgeschichte waren folgende beteiligt: Bättig, Romer, Deon, Zimmermann, Toscan, Reutlinger, Oertli, Kundert, Spalinger, Falabella, Michel, Brühlmann.
Im Hinblick auf die kommende Saison in der 2. Liga beschloss die Hauptversammlung 1948 ein neues Spesenreglement, wonach der Verein bei Vormittagsspielen die ganzen Bahnspesen übernehmen sollte, bei Nachmittagsspielen aber jeder Spieler CHF 1.50 selbst zu tragen hatte. Als Belohnung für den erreichten Aufsteig liess der Verein jedem Spieler an die Kosten einer Italienreise CHF 50.00 zukommen; die mitreisenden Vorstandsmitglieder mussten sich mit der Hälfte begnügen.

 

Dass in den Zeiten des sportlichen Erfolgs mit den finanziellen Mitteln haushälterisch umgegangen wurde, bezeugt auch ein Protokollauszug von 1947: «… schlägt der Vorstand für den Trainer eine Entschädigung von CHF 150.00 vor, die bei einem evtl. Aufstieg in die 2. Liga auf CHF 200.00 erhöht werden soll, dabei soll aber E. Spalinger für weitere zwei Jahre das Training leiten. Die Diskussion darüber wurde rege benützt und nach einigem Hin und Her wurde der Antrag des Vorstandes angenommen. »

 

Saison 1948/49
Die erste Saison in der höchsten Regionalklasse bestritt der FC Glarus in der Gruppe der Region Zürich, und mit einem 4. Rang wurde eine erfreulich gute Platzierung erreicht.

 

Saison 1949/50

Auf die Saison 1949/50 erfolgte die (ungeliebte) Umteilung der Glarner Vereine von der Region Zürich in den Bereich des Ostschweizer-Fussball-Verbands (OFV). Mit grossen Aspirationen startete die Elf im bewährten «WM-System offensiv» in die neue Saison. Mit fünf Siegen in Serie – darunter ein 2:1 gegen den Kantonsrivalen FC Näfels – fiel der Saisonbeginn optimal aus. Eine 0:1 Niederlage im letzten Spiel des Jahres beim FC Gossau verdarb der Mannschaft den Titel eines Wintermeisters. Eine weitere 0:1 Niederlage gegen den FC Frauenfeld liess im Frühjahr die Chancen auf den Gruppensieg endgültig schwinden. Letztlich klassierte sich die Glarner Elf mit 28 Punkten aus 20 Spielen (2-Punkte-Regel) im 3. Rang. Von der guten Rangierung liess sich der damalige Spiko-Präsident offenbar nicht blenden: «… weist auf den schwachen Trainingsbesuch der ersten Mannschaft hin und erwähnt, dass im nächsten Jahr nur diejenigen Spieler berücksichtigt werden sollten, die auch seriös trainieren und deren Leistungen es rechtfertigen, in der ersten Garnitur zu spielen (Protokoll der Hauptversammlung 1950).

 

Saison 1950/51

Der Start in die Saison 1950/51 fiel denn auch nicht sehr verheissungsvoll aus. Der Mannschafts-Captain hielt fest: «Glarus hat die letztjährige Form noch lange nicht erreicht, und auch konditionell scheint nicht alles zum Guten bestellt zu sein. Die Spiko (Spielkommission Anm. d. Red.) tut gut daran, wieder einmal an die guten Zeiten zu erinnern, wo die Spieler noch freiwillig das Training regelmässig besuchten und auch mit mehr Freude dabei waren.» Die Rückrunde gestaltete die Mannschaft dann erfreuliche, und ein 4. Schlussrang durfte sich durchaus sehen lassen. Für die kommende Saison liebäugelte man bereits wieder mit der Gruppenmeisterschaft, obwohl an der Hauptversammlung 1951 davon die Rede war, dass «… Stillstand Rückschritt sei, und bei der ersten Mannschaft bemerke man seit Jahren keinen Fortschritt mehr.» Die zweite Mannschaft, laut Protokoll das «Sorgenkind» des Vereins, musste am Ende der Saison den Abstieg in die 4. Liga in Kauf nehmen, «was hauptsächlich auf den schwachen Trainingsbesuch zurückzuführen ist».

Unter der kundigen Leitung von Jeanfritz Stöckli verzeichnete die neue Junioren-Bewegung einen steten Aufwärtstrend. Auch stellten sich bald sportliche Erfolge ein. So wurde die erste der beiden gemeldeten Mannschaften des Öfteren Meisterschaftszweiter (und tat es somit den Aktiven gleich), bis dann nach acht Jahren des Bestehens erstmals der Gruppensieg errungen werden konnte.

 

Saison 1951/52

Ein verpatzte Rückrundenstart in der Saison 1951/52 warf die erste Mannschaft auf den dritten Schlussrang zurück; der angestrebte Gruppensieg wurde wiederum verfehlt. Um einen einzigen Punkt verpasste die Reservemannschaft den Gruppensieg und damit den sofortigen Wiederaufstieg.

1952 drang die erste Juniorenmannschaft nach 12 Meisterschaftsspielen und 23 erzielten Punkte bei 69:14 Toren gar in den Final um den Ostschweizer Meister vor. Unter – laut Protokoll – «mysteriösen» Umständen unterlag das Glarner Team dem FC St. Gallen mit 2:4.

 

Saison 1952/53

Die Spielzeit 1952/53 stand im Zeichen des Abstiegskampes der ersten Mannschaft und des geglückten Wiederaufstieges des Reserveteams. Nach dem mit 4:2 in Widnau verloren gegangenen Duell der beiden Tabellenletzten im ersten Spiel des Frühjahres 1953 übernahm der FC Glarus vorübergehend die «rote Laterne». Ein Formanstieg zur richtigen Zeit und ein vorentscheidender 3:4 in Näfels (welches alsdann dem Abstieg verfiel) bedeutete aber doch noch den Ligaerhalt. Wie sehr die Nerven der Aktiven und der Anhänger des Vereins im Abstiegskampf strapaziert wurden, dokumentiert der Spielbericht vom 3. Mai 1953 von der Begegnung FC Glarus – FC Kreuzlingen vor 750 Zuschauern: «Nichts gelang mehr! Der Gegner dominierte voll und ganz. Die Zuschauer merkten nun langsam, dass die 1:0 Führung schwer zu halten sein würde und machten das Dümmste in solchen Füllen, indem sie dem bis anhin rechten Schiedsrichter alle Entscheide anfochten und Pfeifkonzerte veranstalteten. Unsere Spieler wurden nicht besser, der Schiedsrichter wirklich schlechter. Ein unnötiger Penalty verschaffte dem FC Kreuzlingen den Ausgleich. Der Tumult brach los. Unsere Spieler wurden nun wegen jeder geringfügigen Bemerkung verwarnt und schlussendlich Spalinger hinausgestellt. Was dann geschah, wollen wir vergessen: 0:3 forfait!»

 

An der Mitgliederversammlung vom August 1952 schlug der Vorstand der Versammlung vor, «… dass in absehbarer Zeit alle Spieler wieder einmal ein einheitliches Dress anschaffen sollten. Dies soll aus schwarzen Hose, schwarzen Socken mit weissen Überschlägen und einem weissen Hemd mit Monogramm bestehen. Ein Antrag, dass für die Spieler der ersten Mannschaft die Anschaffungskosten vom Verein übernommen werden sollten, wurde deutlich abgelehnt.»

Saison 1953/54

Die sportliche Talfahrt setzte sich auch in der Saison 1953/54 fort. Bereits an der Mitgliederversammlung vom 17. Oktober 1953 wurden kritische Töne laut: «Der Präsident rügt die laue Stimmung im Verein. Der ganze Zusammenhang lasse zu wünschen übrig. Die erste Mannschaft habe mehr Vorbereitung auf das Spiel nötig. Auf dem Spielfeld würde zuviel geredet, was nur Misskredit bei den Schiedsrichtern einbringe.» In den «Glarner Nachrichten» vom 23. November 1953 wird von der Meisterschaftsbegegnung FC Glarus – FC Widnau (3:3) berichtet: «Das Schweigen des Publikums beim Schlusspfiff drückte die Enttäuschung geradezu demonstrativ aus. Man hatte allgemein einen deutlichen Sieg erwartet. Im baldigen 3:0 Vorsprung lag aber die grosse Gefahr. Man unterschätzte den Kampfgeist, die Härte und Ausdauer des Gegners.» Nach Abschluss der Vorrunde lagen die Glarner mit 10 Punkte aus 11 Spielen im hintere Mittelfeld rangiert. Im Frühjahr 1954 glitt die Mannschaft immer mehr in den abstiegsgefährdeten Bereich und konnte sich erst im allerletzten Spiel der Relegation entziehen. Die zweite Mannschaft hatte laut Protokoll «wahrscheinlich einfach gelöst» und stieg nach nur einer Saison wieder in die 4. Liga ab.

Zwei Jahre nach dem ersten Finalspiel um die Junioren-Ostschweizer-Meisterschaft, welche damals gegen den FC St. Gallen noch verloren wurde, konnten die A-Junioren des FC Glarus diesen Titel nun sichern. Auf den Aufstieg in die Interregional-Klasse verzichtete der Verein jedoch, da die besten Junioren für das Aktiv-Team dringend benötigt wurden.

 

Saison 1954/55

So kam es keiner Überraschung gleich, dass am Ende der Saison 1954/55 der sich seit zwei Jahren abzeichnende Niedergang der ersten Mannschaft in den Abstieg aus der 2. Liga mündete. Schon nach dem ersten Meisterschaftsspiel (2:1 Niederlage beim FC Ems) ahnte der Mannschafts-Captain wenig Verheissungsvolles: „… möchte ich die Frage stellen, gegen wen wir eigentlich unsere Punkte holen wollen, wenn wir nicht einmal gegen diesen schwachen Gegner bestehen können.» Mit lediglich fünf Punkte aus zehn Spielen (2-Punkte-Regel Anm. d. Red.) überwinterte die Mannschaft im Abstiegsbereich. Die Schlussphase der Meisterschaft gestaltete sich ausserordentlich dramatisch. Der Spielplan wollte es, dass am letzten Spieltag die beiden Tabellenletzten FC Glarus und FC Brühl St. Gallen II im «Buchholz» gegeneinander anzutreten hatten. Bereits ein Unentschieden hätte dem Platzclub zum Ligaerhalt genügt. Die St. Galler hingegen mussten unbedingt gewinnen, um bestenfalls ein Entscheidungsspiel erzwingen zu können. Mit 1:2 unterlagen die Glarner unglücklich, un d so kam es eine Woche später in Uznach zum notwendig gewordenen Entscheidungsspiel. Dieser Strichkampf wird von Captain A. Künzli wie folgt kommentiert: «Diesmal war der Nervenkrieg für beide Mannschaften der gleiche. Vom Anpfiff an spielten wir überlegen und hatten Chancen zu mehreren Toren. Doch statt 3:0 hiess es plötzlich 0:1! Der Halblinke der St. Galler wusste nicht mehr, was er mit dem Ball anfangen sollte und schlug den Ball schräg vor das Tor, und zur allgemeinen Überraschung prallt der Ball vom Pfosten ins Netz… Glücklicherweise konnten wir bald den Ausgleich bewerkstelligen, und mit unentschiedenem Spielstand ging in die Pause. Nach dem zweiten Tor für uns gab ich Brühl keinen Kredit mehr, denn wir spielten bis zu diesem Zeitpunkt ziemlich stark überlegen. Doch dann drehten die Brühler immer mehr auf, und wir standen unter sehr starkem Druck. Zum Glück schlug es nur einmal bei uns ein, und so stand es nach normaler Spielzeit 2:2. Kaum hatte Brühl zur Verlängerung angespielt, riskierte ein Stürmer aus 20 Metern einen Weitschuss, der glatt in der rechten Torecke landete. Dieses Tor nahm und den Glauben an einen Sieg, denn jetzt hätten wir zwei Tore schiessen sollen. Die Müdigkeit machte sich zusehends bemerkbar, und Brühl konnte das Spiel bis zum Schluss diktieren und das Resultat bis auf 5:3 erhöhen. Damit müssen wir nun absteigen und wieder von vorne beginnen. Aber so schlimm ist es auch wieder nicht, wenn man bedenkt, wieviele andere Klubs schon absteigen mussten.»

 

Saison 1955/56

Mit 14 Punkten aus 8 Partien (2 Punkte-Regel Anm. d. Red.) sicherte sich das Fanionteam in der ersten Saison nach dem Abstieg den Wintermeistertitel. Optimismus einerseits und ein alte, in unregelmässigen Intervallen wiederkehrendes Anliege andererseits äussern sich in de Ausführungen des Vereinspräsidenten an der Mitgliederversammlung vom Februar 1956: «Die erste Mannschaft liegt sehr gut im Rennen und sollte bei gleich guter Kameradschaft und Spielwillen wie im Herbst den Gruppensieg erreichen können. Nachher müssen wir mit allen Kräften für einen Wiederaufstieg kämpfen. Dies würde immerhin wieder ein Seilziehen hinsichtlich Loslösung aus der Region Ostschweiz bedingen, denn hier kommt eine Beteiligung in der 2. Liga nicht mehr in Frage.» Durch drei Niederlagen in Serie in den letzten Meisterschaftsspielen des Frühjahrs wurde der sicher geglaubte Titel doch noch aus den Händen gegeben. Die entscheidende Niederlage fiel im Kantonalderby gegen den FC Näfels (2:1) und schmerzte deshalb besonders: «…ist es doch schade, dass es gerade in Näfels geschehen musste».

 

Saison 1956/57

In der Saison 1956/57 absolvierte Glarus alle Heimspiele in Serie im Herbst 1956, da im Frühjahr der «Buchholz»-Rasen saniert wurde. Aus diesen ersten sieben Heimspielen resultierten nur 8 Punkte (2 Punkte-Regel Anm. d. Red.), wobei sich die Niederlage im ersten Spiel gegen den Kantonsrivalen Niederurnen als besonders fatal erweisen sollte. In der Endabrechnung behielten nämlich die Unterländer die Nase vorn und verwiesen den FC Glarus auf den undankbaren zweiten Tabellenplatz. Die ungeschlagen absolvierten Rückrundenspiele liessen die Hoffnungen auf eine erfreuliche Saison 1957/58 ansteigen.

 

Saison 1957/58

Mit der Eroberung des Wintermeistertitels hielt die Mannschaft denn auch die in sie gesteckten Erwartungen. Im Gegensatz zum Vorjahr gestaltete sich die Rückrunde nicht mehr so erfolgreich. Im Bericht der Spiko (Spielkommission Anm. d. Red.) vom 27. April 1958 wird die vorentscheidende Niederlage in Schmerikon (3:2) launisch kommentiert: «Illusionen gehören zum täglichen Brot des Menschen. Ohne diese wäre das Leben zu real, zu nüchtern, phantasie- und farblos. Ein Beispiel: Man gewinnt im Fussballspiel drei, fünf oder sieben Spiele, hat da und dort auch Glück, fühlt sich im «siebten Fussballhimmel», sieht sich bereits als angehender Gruppenmeister und erwacht aus eben dieser Illusion zur nüchtern Realität, dass der Zweitletzte der Gruppe den zweckmässigeren Fussball spielt als der Spitzenreiter.» Harsche Töne hingegen fielen an der Hauptversammlung jenes Jahres: «Es ist beispielsweise bedenklich, wenn Spieler der ersten Mannschaft wenige Stunden vor Spielbeginn betrunken sind, wegen ständigem Reklamieren vom Schiedsrichter vom Platz gewiesen werden müssen, sogar Junioren nach durchzechter Nacht zu Wettspielen antreten. In der neuen Saison dürfen einfach keine Konzessionen mehr gemacht werden.»

Eine «Fahrt ins Blaue» gab der Mannschaft nach Saisonschluss Gelegenheit, den unerfreulichen Saisonverlauf zu vergessen. Via Wägital, Einsiedeln, Hütten zum Finstersee und weiter über Menzingen, Baar, Zürich nach Kloten, wo erste Flugversuche unternommen wurden, endete die Fahrt in Weisslingen, wo gegen den ansässigen Verein ein Freundschaftsspiel ausgetragen wurde.

 

Saison 1958/59

Die Spielzeit 1958/59 endete mit dem dritten Schlussrang für die erste Mannschaft. Im Mittelpunkt jener Saison stand jedoch das Propagandaspiel im Frühjahr 1959 gegen die damals noch der Nationalliga A angehörenden Young Fellows aus Zürich (0:4). Diese Partie brachte den über 1’200 Zuschauern ein Wiedersehen mit dem ehemaligen FCG-Spieler Hans Reutlinger. Im Spielbericht ist folgendes vermerkt: «Erstaunlich war vor allem, dass Glarus die Partie offen gestalten konnte.»

 

Saison 1959/60

Dem Jahresbericht des Präsidenten zuhanden der Hauptversammlung 1960 ist zu entnehmen: «Mit viel Hoffnung und Optimismus sind wir mit der ersten Mannschaft in die Meisterschaft gestartet. Kopfzerbrechen machte uns die Tatsache, dass wir noch ohne Trainer waren. Das grundfalsche Training des nachher verpflichteten Trainers, WK und mangelndes Interesse der Spieler brachten unser Fanion-Team fünf aufeinander folgende Niederlagen; ein Kunststück, das bis heute wohl noch nie fertiggebracht worden ist. Der Vorstand sah sich veranlasst, eine Aussprache mit den Spielern in Abwesenheit des Trainers und der Spiko (Spielkommission Anm. d. Red.) abzuhalten und darauf hinzuweisen, dass es auf die Art nicht weitergehen könne. Erstmals in der Vereinsgeschichte sahen wir uns gezwungen, den Vertrag mit einem Trainer aufzulösen. Unser Ehrenmitglied E. Spalinger erklärte sich bereit, das Training ab sofort zu übernehmen. Schon bald einmal löste sich dadurch die seit einiger Zeit bestandene Spannung innerhalb des Gesamtvereins, und die erste Mannschaft distanzierte sich bald wieder von der roten Laterne.» Trotz des Fehlstartes gelang der Mannschaft noch ein Vorstoss auf den dritten Schlussrang, was den Chronisten damals zur Feststellung verleitete: «…kaum einmal wäre der Gruppensieg so leicht wie diesmal zu erringen gewesen.»

Sehr erfolgreich gestaltete die Juniorenabteilung die Saison 1959/60. Auszug aus dem Protokoll der Junioren-HV vom 27. August 1960: «Erstmals nahm der FC Glarus mit drei Mannschaften (A-Junioren, B-Junioren und C-Junioren) an der Meisterschaft teil. Die A-Junioren erreichten den 2. Platz hinter dem FC Rapperswil. Die B-Junioren wurden in ihrer ersten Saison auf Anhieb Gruppensieger, und die Jüngsten taten es ihnen gleich. Die erfolgreichen C-Junioren erreichten an einem stark besetzten Turnier in Basel unter 16 Teams den sehr guten 3. Platz.»

 

Saison 1960/61

Nach Abschluss der Vorrunde der Saison 1960/61 belegte die erste Mannschaft den ersten Platz mit einem Punkt Vorsprung auf den FC Wattwil und hegte deshalb erneut Aufstiegshoffnungen. Im alles entscheidenden Spiel der Rückrunde in Wattwil unterlagen die Glarner den Gastgebern mit 3:1 und mussten den Gruppensieg den Wattwilern überlassen. Die Überlegenheit der beiden Spitzenvereine wird durch die Tabelle verdeutlicht:

  1. FC Wattwil          24 Punkte (14 Spiele)
  2. FC Glarus            23 Punkte (14 Spiele)
  3. FC Bütschwil      14 Punkte (14 Spiele)

Die Serie der Ehrenplätze der vergangenen Jahre liess den Chronisten vermuten, die Mannschaft wolle wohl den Aufstieg erst im Jubiläumsjahr vollziehen.

Die Jüngsten (C-Junioren) des Vereins durften auch in der Saison 1960/61 jubeln: Gruppensieg und Finalqualifikation im Endrundenturnier in St. Gallen. Die umstrittene Finalniederlage gegen den FC Brühl SG liess den damaligen Chronisten vermuten: «Es geht doch nicht an, dass Glarner Regionalmeister werden dürfen!»

 

Saison 1961/62

Protokollauszug der Hauptversammlung vom 14. Juli 1962: «Der Vorsitzende hält in seinem Jahresbericht Rückschau auf die verflossene Saison, die ganz im Zeichen des Jubiläums aus Anlass des 50jährigen Vereinsbestehens stand. Die Bilanz ist in allen Teilen erfreulich, ist es uns doch nach einer Reihe von Jahren wieder einmal gelungen, auf dem Spielfeld mit unseren Aktivmannschaften einen vollen Erfolg zu erzielen. Allen Beteiligten wird der verdiente Dank ausgesprochen. Dass in einer Saison gleich zwei Mannschaften in eine höhere Liga aufsteigen, dürfte für einen Verein wie den unsrigen einen sportlichen Höhepunkt darstellen.

Nach dem mit 5:2 erfolgreich gestalteten ersten Meisterschaftsspiel gegen den FC Bunt rapportierte der Mannschafts-Captain: «Mit einer Mannschaft in die Meisterschaft zu steigen, deren Durchschnittsalter 19 Jahre beträgt, ist etwas gewagt.» Die Befürchtungen sollten sich als unbegründet erweisen. Im Gegenteil: mit zwei Punkten Vorsprung auf den Nachbarn FC Netstal überwinterte das Team auf dem ersten Tabellenplatz. Am 11. Februar 1962 debütierte im Freundschaftsspiel beim FC Wülflingen ein Junior in der ersten Mannschaft, der in kürzester Zeit zum Nationalspieler aufrücken sollte: Fritz Künzli!

Mit sieben Punkten Vorsprung auf den FC Netstal holten sich die Glarner überlegen den Gruppensieg und damit die Qualifikation für die Aufstiegsspiele. Im ersten Aufstiegsspiel beim FC Gossau kamen die Glarner nicht auf Touren und unterlagen deutlich mit 3:1. In der nachfolgenden Partie gegen den FC Vaduz II (4:1), beim FC Goldach (2:3 Sieg für den FC Glarus) und gegen den FC St. Gallen II (2:1) blieb das Team siegreich, wurde damit Regionalmeister und stieg zusammen mit dem FC Goldach in die 2. Liga auf. Die «Glarner Nachrichten» berichteten in ihrer Ausgabe vom 4. Juni 1962: «Nach siebenjährigem Aufenthalt in der 3. Liga ist es der ersten Mannschaft des FC Glarus ausgerechnet im Jubiläumsjahr wieder gelungen, in die 2. Liga aufzusteigen. Wer hätte das nach der Niederlage im ersten Spiel in Gossau gedacht? Es hat sich gegen den FC St. Gallen II erneut gezeigt, dass in Aufstiegsspielen ein ganz anderer Wind weht als in Meisterschaftspartien. Das Mittelfeld wird wenn möglich immer dem Gegner überlassen, denn so stossen die Angreifer an der Strafraumgrenze jeweilen auf ein organisiertes Abwehrnetz. Dass bei solchen spielen die Härte und der Kampf im Vordergrund stehen, hat am Sonntag jeder Fussballfreund gesehen.»

Die zweite Mannschaft stand dem Fanion-Team in nichts nach und realisierte mit lauter Siegen und einem einzigen Unentschieden überlegen den Gruppensieg. Mit zwei Erfolgen über die Reserven des FC Wattwil sicherte sie sich den Aufstieg in die 3. Liga. 

In der Spielzeit 1961/62 standen auch die ältesten Junioren (A-Junioren) wieder im Mittelpunkt. Sie sicherten sich überlegen den Gruppensieg. In den Spielen um den Regionalmeistertitel unterlagen sie dann aber dem FC Chur und dem FC Montlingen deutlich.

Fritz Künzli (16 Jahre alt) und Paul Fischli (17 Jahre alt)

Mit dabei in diesem Team auch Fritz „Ypsch“ Hösli, der spätere Präsident des FC Glarus während der NLB-Zeit.

Saison 1962/63

Voller Tatendrang stieg die frisch promovierte erste Mannschaft in die neue Saison. Mit drei mühelosen Siegen drang sie in die zweite Hauptrunde des Schweizer Cups vor, wo sie dann aber beim Erstligisten FC Vaduz mit 3:5 geschlagen geben musste.

Hervorstechend in diesen ersten Spielen war zweifellos die enorme Trefferausbeute des Talents Fritz Künzli, wobei besonders die Gäste aus Ems zu leiden hatten: Niederlage im Cupspiel der ersten Hauptrunde mit 10:3 (davon allein 5 Treffer Künzlis) und zwei Wochen später im zweiten Meisterschaftsspiel ein 7:3, wobei der nachmalige Nationalspieler das Kunststück fertig brachte, alle sieben Treffer zu erzielen.

Ein beachtenswerter dritter Rang in der Aufstiegssaison war die Ausbeute. Einige unnötige Punktverluste gegen Ende der Meisterschaft verhinderten eine noch bessere Rangierung. Die Reserven lagen nach Abschluss der Vorrunde scheinbar hoffnungslos am Tabellenende. Ein rechtzeitiges Aufbäumen im Frühjahr sicherte der Mannschaft doch noch den Ligaerhalt.

Das Jubiläumsspiel zwischen den Nationalliga-A-Vereinen FC Basel und FC Luzern rundete die bereits zu Jahresbeginn erfolgten offiziellen Feierlichkeiten des 50jährigen Vereinsbestehens auf sportlicher Ebene ab.

Der Höhepunkt der Jubiläumssaison «50 Jahre FC Glarus» für die Junioren bildete die Begegnung gegen den Nachwuchs der Berner Young Boys als Vorspiel der Propagandapartie FC Basel – FC Luzern im «Buchholz». Vor grosser Kulisse (über 1’000 Zuschauer) siegten die Gäste 1:4 und luden die Glarner zu einer unvergessenen Reise nach Bern ein.

 

Saison 1963/64

Die Spielzeit 1963/64 brachte der ersten Mannschaft wiederum den dritten Tabellenrang ein, wobei einige unglückliche Punktverluste einen durchaus möglichen zweiten Rang verhinderten. Die Tabelle hatte folgendes Aussehen:

  1. FC Rorschach     32 Punkte (20 Spiele)
  2. FC Rapperswil   27 Punkte (20 Spiele)
  3. FC Glarus             23 Punkte (20 Spiele)

Mit nicht weniger als 71 geschossenen Toren (den meisten aller Zweitligateams in der ganzen Schweiz!), wobei sich Fritz Künzli mit allein 28 Treffern und der italienische Ballvirtuose S. Bua mit 18 Toren besonders hervortaten, verschafften sich die Glarner weitherum Aufmerksamkeit.

Zu Ostern 1964 wagten sich die ältesten Junioren (A-Junioren) erstmals ins Ausland. In Oberhausen BRD belegten sie an einem internationalen Turnier den beachtlichen 5. Rang im illustren Feld prominenter Klubs.

 

Saison 1964/65

Auch ausserhalb der Region wurde man auf die treffsicheren jungen Glarner aufmerksam. Schon bald bekundeten mehrere Nationalliga-Vereine ihr Interesse an mehreren Spielern des FC Glarus, und Mitten in der Saison 1964/65 (die mit der klaren Zielsetzung des Gruppensieges begonnen hatte) wagten Fritz Künzli (zum FC Zürich), Paul Fischli (zu den Young Fellows Zürich) und Ernst Schmid (zum FC Wettingen) den Sprung in den bezahlten Fussball. Vor allem Fritz Künzli beim FCZ (2 × Schweizer-Meister / 4 × Schweizer-Cup-Sieger / Rekordtorschütze der höchsten Schweizer Fussball-Liga / 44 Länderspiele und 15 Länderspiel-Tore) und sein langjähriger Weggefährte Paul Fischli (wechselte nach dem Engagement bei den Young Fellows zum FC Basel, wo er fünf Mal Schweizer-Meister und ein Mal Schweizer-Cup-Sieger wurde) gehörten zu den besten Fussballern der Schweiz dieser Zeit. Paul Fischli und Fritz Künzli wuchsen in Ennetbühls beinahe Haustüre an Haustüre auf und spielten fast täglich in den engen Gassen oder auf dem Buchholz-Rasen Fussball.

Zudem kehrte S. Bua nach Italien zurück. Trotz dieses gewaltigen Aderlasses sicherte sich die umgekrempelte Mannschaft mit nur einem einzigen Punkt Rückstand den Ehrenplatz. Dieser zweite Rang bildete die bis anhin beste Rangierung in der Vereinsgeschichte und sollte erst gut 20 Jahre später wiederum erreicht werden.

 

Saison 1965/66

Der Substanzverlust macht sich in der folgenden Saison dennoch bemerkbar. Ein 7. Rang und damit ein Abgleiten in die Anonymität des Mittelfeldes war unvermeidlich. Dafür durften sich die Reserven wie schon ein Jahr zuvor an einem feinen 4. Platz freuen.

Die Saison 1965/66 brachte den A- und C-Junioren den Gruppensieg. Nach einem 0:0 gegen den nachmaligen Aufsteiger FC Amriswil und einer 0:2 Niederlage gegen den FC Vaduz verpassten die A-Junioren den erstmaligen Aufstieg in die höchste Juniorenliga der Schweiz nur knapp.

 

Saison 1966/67 & Saison 1967/68

Nach einer Saison im Zeichen des Abstiegskampfes (9. Rang) verfielen Ende Saison 1967/68 sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft der Relegation. In den «Glarner Nachrichten» vom 12. Juni 1968 hiess es: «In Uznach fand am Sonntag das Entscheidungsspiel FC Rapperswil gegen FC Glarus (2:1) statt, das die Mannschaft ermitteln musste, die in die 3. Liga abzusteigen hat. Beide Teams hatten in der regulären Spielzeit gleich viele Punkte erreicht, im letzten Spiel hatte Glarus 5:4 gewonnen. Das Spiel wickelte sich vor einer recht grossen Zuschauerkulisse ab, doch war leider der Boden sehr glitschig, und vor allem der Strafraum war so weich, dass fast nicht mehr regulär gespielt werden konnte. Die Zuschauer blieben trotz Spruchbändern und Kuhglocken beiderseits anständig und applaudierten die Aktionen beider Mannschaften. Das Spiel war in der ersten Halbzeit ausgeglichen. Glarus musste das erste Tor wegen eine Verteidigungsfehlers entgegennehmen, durch Penalty erfolgte dann der Ausgleich. In der zweiten Halbzeit hatte Glarus etwas mehr vom Spiel und kam mehrmals bedrohlich vor das Rapperswiler Tor. Doch mit Glück und Können vermochten die Rosenstädter weitere Tore zu verhindern. Das entscheidende Tor fiel recht unglücklich, als die Verteidiger und der Glarner Torhüter eine Flanke von rechts verfehlten und ein Rapperswiler rückwärts mit dem Kopf den Ball ins Tor lenken konnte. Die Mannschaft, die am Sonntag gegen Rapperswil verlor, ist nicht so schlecht, wie man vielleicht annimmt. Wir sind sogar überzeugt, wenn Glarus immer so gespielt hätte wie gegen Schluss der Meisterschaaft, wäre die Elf nie abgestiegen. Wir glauben, dass, wenn die Mannschaft in gleicher Weise weitertrainiert wie am Saisonende, ein Wiederaufstieg schon bald möglich sei wird.»

Mit diesem Abstieg brach eine lange Periode unerfüllter Hoffnungen, Enttäuschungen, aber auch Lichtblicken an.

Eklatant das Torverhältnis der C-Junioren in der Saison 1967/68: 108:7 Tore und damit überlegener Gruppensieg. Im Endrundenturnier in St. Gallen schaute ein feiner 4. Platz heraus.

In den späten sechziger Jahren bildete das Junioren-Turnier des FC Rapid Lugano jeweils einen Saisonhöhepunkt und vermittelte den B-Junioren unvergessliche Eindrücke und sportlich wertvolle Erkenntnisse gegen reputierte Gegner.

 

FC Glarus wahrscheinlich 1967

Saison 1968/69

Den angestrebten Wiederaufstieg erhofften sich die Verantwortlichen mit dem Einbau junger, talentierter Spieler aus der starken Juniorenabteilung. Lediglich fünf Spieler der Abstiegsmannschaft standen in der neuen Saison noch zur Verfügung. Mit einem zweiten Meisterschaftsrang erreichte das neuformierte Team einen beachtlichen Erfolg und entfachte für die Saison 1969/70 erneut Aufstiegshoffnungen.

Den A-Junioren glückte erstmalig der Aufstieg in die inzwischen neu geschaffene Kategorie Interregional II mit einem Sieg und einem Remis in den Aufstiegsspielen gegen den FC Balzers und den FC Ems. Ausserdem entschied die von R. Stüssi betreute Mannschaft im Penaltyschiessen den Regionalmeisterfinal für sich.

Saison 1969/70

Die A-Junioren stiegen leider nur eine Saison nach dem Aufstieg in die Interregional II Kategorie nach einer verpatzten Vorrunde und einer vergeblichen Aufholjagd im Frühjahr postwendend wieder ab – lediglich ein einziger Punkt fehlte zum Ligaerhalt.

Junioren des FC Glarus im Jahr 1969 mit dem späteren Nationalspieler René Botteron

Saison 1970/71

Am 8. September 1971 war im Fachblatt «Sport» zu lesen: «Unwahrscheinliches vollbrachte der Drittligist FC Glarus: Mit nur sechs gemeldeten Mannschaften gelang es ihm, Sieger im ZUS-Cup zu werden. Die zwei gemeldeten Aktivteams (je eine Dritt- und Viertligaequipe) wurden Gruppensieger und ergatterten sich so je vier Punkte, ebenso die beiden Junioren-B-Mannschaften, und die A-Junioren wurden Gruppenzweite (3 Punkte), die C-Junioren Gruppendritte. Also: Sämtliche Teams trugen zu diesem Erfolg bei. Das Klassement lautete wir folgt:

  1. FC Glarus                          21 Punkte
  2. FC Oberwinterthur         20 Punkte

Die «Glarner Nachrichten» berichteten kurz darauf: «…betonte Präsident W. Wyss mit Freude, dass es dem FC Glarus in seinem 59jährigen Bestehen erstmals gelungen sei, den ZUS-Cup nach Glarus zu holen. Nach dem verpassten Aufstieg beider Aktivmannschaften ist dies eine kleine Entschädigung….» Obwohl dieser Erfolg für den Verein zweifellos einen hohen Stellenwert beinhaltete, blieb die Freude durch den Nichtaufstieg der beiden Aktivmannschaften etwas getrübt. Mangelne Einstellung einiger Spieler und wohl auch eine gewisse Selbstüberschätzung hatten eine ernüchternde Aufstiegspule zur Folge. Nach einer 4:1 Niederlage beim FC Flums und einer 2:4 Pleite auf heimischem Rasen gegen den FC Herisau war der Traum vom Wiederaufstieg schnell verflogen. Ein Lichtblick im Dunkel der verpatzten Aufstiegspoule lässt sich nachträglich aus der zeitlichen Distanz doch noch finden. Der Spielbericht der Spiko (Spielkommission Anm. d. Red.) vom dritten Aufstiegsspiel beim FC Frauenfeld II (1:1) hält fest: «Reisser war jetzt der junge Botteron am rechten Flügel.». Erstmals war somit von René Botteron (65 Länderspiele / 2 Länderspiel-Tore / 3 × Schweizer-Fussball-Meister / 1 × Schweizer Cup-Sieger / erster Schweizer in einem Europacup-Finale) die Rede, der schon kurze Zeit später wie schon Jahre zuvor Fritz Künzli beim Zürcher Stadtklub eine Blitzkarriere machen sollte. Der «Reisser» (René Botteron Anm. d. Red.) auf dem rechten Flügel sollte kurz darauf, wie zehn Jahre zuvor Fritz Künzli, zum FC Zürich wechseln. Zu jener Zeit spielte Fritz Künzli jedoch bereits nicht mehr für den Zürcher Stadtclub (er spielte in dieser Zeit beim FC Winterthur).

Überaus erfolgreich gestaltete sich die Saison 1970/71 bei den Junioren. Die den Wiederaufstieg anstrebenden ältesten Junioren (A-Junioren) scheiterten erst im Entscheidungsspiel um den Gruppensieg am FC Gossau. Die von E. Wirz trainierten B-Junioren (mit einem gewissen René Botteron in ihren Reihen) dominierten ihre Gegner nach Belieben und stiegen verlustpunktfrei in die neugeschaffene Inter-B-Klasse auf.

Saison 1971/72 & Saison 1972/73

Im Oktober 1972 schlug die grosse Stunde des Drittligisten FC Glarus im Schweizer Cup auf der Luzerner Allmend beim damaligen B-Ligisten FC Luzern. Nachstehende Auszüge aus dem Spielbericht der «LNN» halten das turbulente Geschehen im Kampf David gegen Goliath fest: «Alles muss einmal ein Ende haben! Mit diesen tröstlichen Worten mögen die bisher im Schweizer Cup so erfolgreichen Drittliga-Kicker vom FC Glarus die Luzerner Allmend verlassen haben. Das Resultat (18:1) lässt keinen Zweifel offen. Die Tatsache aber, dass die Elf von Trainer Schiesser nach dem Schlusspfiff des Schiedsrichters vom Publikum mit Beifall geradezu überschüttet wurde, stellt den Gästen eine gute Note aus. In der Tat: Nie versuchten die Glarner mit Betonfussball, mit massiver Abwehr die sich abzeichnende Niederlage in erträglichem Rahmen zu halten. Immer spielten die Gäste ihr Spiel, immer versuchten sie sich im Toreschiessen. Was die Glarner in der ersten halben Stunde und sporadisch bis zum Schlusspfiff an Positivem, Konstruktivem und Offensivem boten, war für ein Drittligateam doch von verblüffender Qualität und von erstaunlichem Niveau.»

Das Jahr 1972 verschaffte dem Verein unliebsame Publizität über die Region hinaus. Als Folge angeblicher Tätlichkeiten zweier Glarner Spieler gegenüber dem Schiedsrichter der Partie FC Glarus – FC Bütschwil sahen sich die Vereins-Verantwortlichen unverhofft in einem sich über mehr als ein Jahr hinziehenden Rechtsstreit durch alle Instanzen des OFV und des SFV verstrickt, der mit dem Boykott der beiden Spieler für 24 bzw. 18 Monate endete.

Altersbedingt durften die Junioren der B-Junioren-Aufstiegsmannschaft die Früchte ihrer Anstrengungen nicht ernten d.h. in der Inter-B-Meisterschaft 1971/72 trat ein stark verjüngtes Team an und verfiel trotz beachtlicher Leistungen knapp der Relegation.


Saison 1973/74

Glücklicherweise stand in der Spielzeit 1973/74 wieder das Geschehen auf dem grünen Rasen im Vordergrund. Nach schwachen Leistungen zu Saisonbeginn (wohl auch als Folge der im vorstehenden Kapitel beschriebenen Wirren und des Transfers René Botteron) mit nur sieben Zählern aus acht Partien folgte eine aussergewöhnliche Siegesserie von acht Spielen, die dem Fanionteam unerwartet doch noch den Gruppensieg bescherte. Doch wie schon so oft stolperte der FC Glarus in den Aufstiegsspielen, diesmal am FC Staad und am FC Bischofszell.

 

Saison 1974/75

Ein Jahr später belegte die erste Mannschaft hinter dem überraschenden FC Schmerikon den Ehrenplatz und stieg guten Mutes in die Saison 1975/76.

 Drei Jahre nach dem Abstieg der B-Junioren aus der Inter-B-Meisterschaft, holten sich die Elite-B-Junioren den Regionalmeistertitel und damit erneut die Promotion in die Inter-B-II- Kategorie. In seinem Jahresbericht der Saison 1974/75 erhoffte sich der damalige Spiko-Präsident: «…dass aus diesen jungen Leuten im Laufe der nächsten Jahre einige Stammspieler für die erste Mannschaft hervorgehen.»


Saison 1975/76

Der Saisonbeginn entsprach denn auch den Erwartungen. Aus den ersten vier Spielen erzielte man das Punkte-Maximum , den daraufhin folgenden Punktverlusten wurde nicht allzu viel Bedeutung zugemessen. Doch immer tiefer schlitterte die Mannschaft in der Rangliste dem Tabellenende zu. Alle Rettungsmassnahmen fruchteten nichts. Nach Abschluss des regulären Meisterschaftspensums stand die hochkotierte Mannschaft punktegleich mit dem FC Walenstadt auf dem zweitletzten Platz. Ein Entscheidungsspiel in Näfels musste über das Schicksal beider Vereine entscheiden.

Zu gleicher Stunde, in der das Schicksalsspiel in Näfels ausgetragen wurde, trat die zweite Mannschaft des FC Glarus im Aufstiegsspiel zur 3. Liga beim FC Weesen an. Kaum jemand zweifelte ernsthaft am Klassenerhalt des Fanionteams, und tatsächlich nahm das Spiel einen den Vorstellungen der Glarner entsprechenden Verlauf. Eine hohe 5:1 Führung liess die Mannschaft in Sicherheit wähnen, und die zweite Mannschaft, die vom Zwischenstand der Partei in Näfels orientiert war, «durfte» sich eine Niederlage in Weesen leisten, da die Zugehörigkeit zur 3. Liga für den Verein gesichert schien.

Was dann in der Schlussphase des Spiels in Näfels geschah, wird wohl keiner der Beteiligten und auch der Zuschauer je vergessen. Tor um Tor holten die aufopfernd kämpfenden Spieler aus Walenstadt auf. Die Glarner, unfähig, sich der drohenden Verlängerung entgegenzustemmen, mussten tatsächlich den Ausgleich in der regulären Spielzeit hinnehmen. Die dann resultierende Niederlage nach dem Elfmeterschiessen stürzte den Verein in die Tiefen der 4. Liga.

Aus der heutigen Sicht betrachtet, hatte dieser jähre Abstieg auch seien positiven Seiten. Er veranlasste den Verein, in sich zu gehen, über begangene Fehler, mangelhafte Strukturen etc. nachzudenken und entsprechende Schlüsse zu ziehen.

Nach einer imposanten Aufholjagd in der Rückrunde der Spielzeit 1975/76 gelang den promovierten B-Junioren der angestrebte Ligaerhalt glänzend, und die A-Junioren schafften den Aufstieg in die Elite-Kategorie. In der Folge geriet diese Mannschaft in den Strudel des drohenden Abstieges des Fanionteams aus der 3. Liga, und die talentiertesten Spieler mussten letztlich die erste Mannschaft im (vergeblichen) Kampf wider die Relegation unterstützen.

Saison 1976/77

Bereits am Ende der Saison 1976/77 stand der Verein wieder in der 3. Liga. Sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft wurden Gruppensieger der 4. Liga, und die nominell zweite Mannschaft stieg nach einem verdienten 2:1 Erfolg gegen den FC Ebnat-Kappel im Aufstiegsspiel auf neutralem in Näfels auf.

Positives auch im Jahresbericht des damaligen Vereinspräsidenten: «Einleitend darf ich mit voller Überzeugung festhalten, dass wir mit der Wahl von P. Grossrieder eine ausgesprochen glückliche Hand hatten. Ein langjähriges Vereinspostulat, endlich einen auswärtigen Trainer zu engagieren, hat sich in jeder Beziehung bestens bewährt. Den erhofften «neuen» Wind bekamen wir auf verschiedenen Ebenen zu spüren. Ich möchte sogar behaupten, dass der «neue» Wind hin und wieder wie ein wohltuender und erfrischender Orkan um unsere Ohren gepfiffen hat.»

Im darauffolgenden Jahr konnten die ältesten Junioren ihre Interessen wieder voll wahrnehmen und erspielten sich auch den Regionalmeistertitel und damit den ersehnten Aufstieg in die Inter-A-II-Kategorie. Somit stellte der eben wieder in die 3. Liga aufgestiegene FC Glarus nicht weniger als zwei Interregional-Mannschaften!

Saison 1977/78

Zum Ende der Saison 1977/78 klopfte der FC Glarus – traditionsgemäss – bereits wieder an die Tür zur 2. Liga. Punktegleich mit dem FC Näfels beendete man die Meisterschaft im ersten Rang. Nachdem in der Punkterunde der Erzrivale zweimal geschlagen wurde, behielten die Unterländer im notwendig gewordenen Entscheidungsspiel in Uznach nach hartumstrittenem Kampf mit 1:0 die Oberhand.

Damit war nun schon zum dritten Mal ein Entscheidungsspiel auf Uznacher Boden zuungunsten des FC Glarus ausgefallen: zweimal Abstieg aus der 2. Liga und diesmal der verhinderte Gruppensieg.

Saison 1978/79 & Saison 1979/80 & Saison 1980/81

Ein dritter und zwei zweite Plätze in den folgenden Jahren dokumentieren die jährlichen – und wie schon Jahre zuvor – vergeblichen Anstrengungen zum Erreichen des Zieles «2. Liga». Gleichzeitig war auch ein gewisses Abflachen des Elans der ersten Jahre nach dem Wiederaufstieg spürbar. Im Jahresbericht 1980/81 des Präsidenten ist zu lesen: «…alle Spieler müssen sich im Klaren sein, dass auch inskünftig keine Wunder geschehen werden und dass stets nur harte Arbeit und vor allem Selbstkritik und Selbstdisziplin zum Erfolg führen. Der Vorstand ist jedoch gewillt, den Verein aus seiner Lethargie zu lösen und mit neuen Impulsen und mit für unseren Club neuen Methoden die Zukunft des FC Glarus sicherzustellen.»

Erst Ende der Saison 1978/79 konnten sich die B-Junioren (zuletzt in der Saison 1974/75 aufgestiegen) nicht mehr in ihrer Liga halten (Inter-B-II-Kategorie).

Die A-Junioren stiegen in der Saison 1979/80 von der Inter-A-II-Kategorie ab.

Saison 1981/82

Mit einer «Flucht nach vorne» wollte die Vereinsleitung das Glück endlich erzwingen. Mit dem Engagement des ehemaligen Bundesligaspielers Helmut Huttary als Spielertrainer ging der Verein bewusst neue – auch finanzielle – Wege.

Diese Investition zahlte sich bereits nach kurzer Zeit in zweifacher Hinsicht aus: Erreichen der 3. Hauptrunde des Schweizer Cups gegen den FC Zürich und Ende Saison Aufstieg in die 2. Liga. Nach einem hohen 5:1 im ersten Aufstiegsspiel gegen den FC Landquart genügte ein 2:2 beim FC Schaan, um nach 14 langen Jahren Unterklassigkeit einen «Platz an der Sonne» zurückzuerobern.

Am 26. September 1981 hiess der Gast im Schweizer Cup auf der neuen «Buchholz»-Anlage Schweizer Meister FC Zürich. Das Traumlos bescherte dem ambitiösen Drittligisten jenen Nationalliga-A-Verein, mit dem der FC Glarus durch seinen beiden grössten Söhne Fritz Künzli und René Botteron in besonderer Weise verbunden ist. In den «Glarner Nachrichten» vom 28. September 1981 wird von diesem in jeder Hinsicht glänzend gelungenen Anlass wie folgt berichtet: «Erwartungsgemäss qualifizierte sich der Schweizer Meiser gegen den gastgebenden FC Glarus für die nächste Runde. Der FC Glarus, der sich als letzter Drittligaklub für diese dritte Hauptrunde qualifizierte, vermochte dem übermächtigen Gegner über eine Stunde Paroli zu bieten, doch dann erzielten die Zürcher die dem Spielverlauf entsprechenden Tore. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung verabschiedete sich die Huttary-Elf vom laufenden Cup-Wettbewerb und vom begeisterten Publikum.» Das zugleich als Einweihungspartie der neuerstellten SFG-Anlage dienende Spiel vor rund 3’000 Zuschauern (bis dahin Zuschauer-Rekord des FC Glarus) endete mit dem ehrenvollen Resultat von 0:5.

 

Aufstiegsmannschaft 1981/82 von der 3. Liga in die 2. Liga
Hintere Reihe von links nach rechts: Rodolfo „Rolf“ Slongo, Franco Renzo, Peter Bättig, Werner Zopfi, Helmut Huttary (Spielertrainer), Markus Hagmann, Emil Wirz, Christian Ronner, Ernst Wirz (Coach)
Vordere Reihe von links nach rechts: Karl Brunner (?), Klaus Ondera, Hans Sutter, Ernst Roth, Fridli Stüssi, Hans Speich, Salvatore „Salvo“ Quirino, Heinz Hefti, Herbert Noser, Kari Matter

Saison 1982/83

Mit hohen Erwartungen stieg der Verein in die erste Saison im «Oberhaus». Im Jahresbericht 1982/83 des TK-Präsidenten ist der Saisonverlauf wie folgt festgehalten: « Durch Zeitungsartikel mit Überschriften «Bald in der 1. Liga?» rückte unser Team schon vor der Saison zu einem ernsthaften Anwärter auf einen Spitzenplatz vor. Die eher mässigen Resultate der Vorbereitungsspiele konnte der teilweise festzustellenden Überheblichkeit nichts antun, und so startete man in dieses 2.-Liga-Abenteuer. «Zurück zur Wirklichkeit» könnte man die ersten sechs Meisterschaftsspiele, welche alle verloren gingen, betiteln, und bereits fünf Punkte Rückstand auf den sichernden 10. Tabellenplatz waren zu verzeichnen. Nach neun Spielen sah die Situation folgendermassen aus: 0 Siege, 2 Unentschieden, 7 Niederlagen bei 10:25 Toren.»

Die Vereinsverantwortlichen sahen sich zum Handeln gezwungen und verzichteten auf die weiteren Dienste des Spielertrainers. Auch die Mannschaft hatte den Ernst der Lage nun begriffen und zeigte verbesserten Einsatz und mehr Disziplin. Zeugnis dafür war die Nachtragspartie vor der Winterpause gegen den FC Chur. Im «Sport» stand zu lesen: «Das Hoch des FC Glarus hält an: Im letzten Match dieses Jahres schafften die Glarner eine weitere Überraschung. In einer dramatischen und hektischen Partie raffte sich Glarus in der Schlussphase auf und verwandelte einen 1:4 Rückstand innerhalb von nur 25 Minuten in einen 5:4 Sieg.»

Mit letztlich 17 Punkten und dem rettenden 8. Tabellenrang wahrte sich der Verein die Ligazugehörigkeit doch noch.

Saison 1983/84

Unter neuer Leitung (Spielertrainer Th. Leemann), verstärkt durch mehrere Zuzüge und mit wiedergewonnenem Selbstvertrauen, nahm der FC Glarus die gefürchtete zweite Saison in Angriff und setzte sich einen vorderen Mittelfeldplatz zum Ziel. Die Vorrunde verlief über Erwarten erfreulich. Mit nur einem Punkt Rückstand auf Leader FC Bad Ragaz überwinterte das Team auf dem zweiten Tabellenplatz, so dass sich die Vereinsleitung mit dem Gedanken an einen möglichen Aufstieg in die oberste Amateurliga (1. Liga) befassen musste! Nach 16 von 22 Spielen lagen der FC Bad Ragaz, USV Eschen/Mauren und der FC Glarus punktgleich an der Tabellenspitze. Im vorentscheidenden Spiel gegen Eschen/Mauren hielten die Nerven der Spieler nicht stand. In den letzten 10 Minuten der Partie verwandelten die Gäste eine 1:0 Führung des Platzclubs in einen 1:2 Sieg und drängten die Einheimischen so aus der Entscheidung um den Gruppensieg. Der dritte Schlussrang mit 27 Punkten aus 22 Spielen (2 Punkte-Regel Anm. d. Red.) bedeutete dennoch eine hervorragende Leistung und schürte zugleich hochgesteckte Erwartungen an die folgende Saison.

 

Saison 1984/85

Die Spielzeit 1984/85 nahm die erste Mannschaft unter der Leitung des ehemaligen Bundesligastars Wolfgang Frank in Angriff. Mit professionellen – und auf unsere Amateurverhältnisse zugeschnittenen –Methoden begann eine neue, erfolgreiche Ära des FC Glarus.

Entnehmen wir dem Jahresbericht 1984/85 des TK-Präsidenten: «Nach vier Startsiegen verlor unser Fanionteam gegen den nachmaligen Aufsteiger FC Balzers knapp 0:1, ehe gegen den FC Niederurnen ein weiterer Zähler abgegeben werden musste. Nach Abschluss der Vorrunde lag unsere Mannschaft mit nur vier Verlustpunkten zwei Zähler hinter dem FC Balzers auf dem ausgezeichneten 2. Rang. Zum Rückrundenstart besiegte man den FC Bad Ragaz, und dank der ersten Niederlage der Liechtensteiner schloss Glarus zur Spitze auf. Der unerwarteten Niederlage beim FC Rapperswil folgte ein klarer Erfolg im Kantonsrivalen-Derby, ehe der mögliche Gruppensieg innerhalb von sieben Tagen (drei Remis in drei Heimspielen) vertan wurde. Mit 32 Punkten aus 22 Spielen beendete unser Team seine dritte Saison auf dem hervorragenden zweiten Schlussrang.»

Im Sog der ersten Mannschaft wusste sich auch das in der 4. Liga einen erneuten Anlauf auf den Aufstieg unternehmende Reserveteam positiv in Szene zu setzen. Nach der Winterpause scheinbar aussichtslos mit vier Punkten Rückstand auf den Leader rangiert, steigerte sich die Mannschaft im Frühjahr enorm und realisierte aus acht Partien sieben Siege. Mit dieser Erfolgsserie schlossen die Reserven zum FC Weesen auf und bezwangen diesen Gegner im notwendig gewordenen Entscheidungsspiel um den Gruppensieg und damit den Aufstieg in die 3. Liga mit 4:2.

 

Saison 1985/86

Die Spielzeit 1985/86 stand ganz im Zeichen des Dreikampfes FC Chur / FC Buchs / FC Glarus. Erst in der Schlussphase der Meisterschaft mussten die Glarner die Überlegenheit des nachmaligen Aufsteigers FC Chur anerkennen. Höhepunkt der Saison war zweifellos die Partei FC Glarus – FC Chur (2:1) Ende Oktober 1985. Von dieser Partie berichteten die «Glarner Nachrichten» in ihrer Ausgabe vom 29. Oktober 1985: «Sensation auf dem Sportplatz Buchholz vor 1’000 restlos begeisterten Zuschauern. In einem dramatischen, spielerisch hochstehenden und bis zum Schluss überaus schnellen Partie schwang die Frank-Elf verdientermassen obenauf. Mit ihrem unbändigen Kampfgeist setzte sie den bisher noch ungeschlagenen Leader von Beginn weg unter Druck. Angetrieben von dem einen Superpartie spielenden Beat Grossmann und ohne Schwachpunkt zwangen die Glarner keineswegs schlecht spielenden Churer in die Knie. Wieder einmal zeigte sich, wie schön Fussball sein könnte. Packende Zweikämpfe, prickelnde Torszenen und eine tolle Ambiance liessen wohl die meisten Anwesenden die bissige Kälte vergessen.»

Buchstäblich in letzter Minute vermochte sich die zweite Mannschaft der Relegation zu entziehen.

 

Saison 1986/87

Zum 50 Jahre Jubiläum des FC Glarus stieg der Verein mit seiner ersten Mannschaft im Jahr 1962 von der 3. in die 2. Liga auf.

Nach den erfolgreichen letzten Jahren mit mehreren Ehrenplätzen setzte sich der Verein unmissverständlich den erstmaligen Aufstieg in die höchste Amateurklasse der Schweiz zum Ziel. Sollte das Glück den Glarnern im Jubiläumsjahr wiederum hold sein?

Nachdem mit dem FC Chur die dominierende Mannschaft der vergangenen Saison in der 1. Liga aufgestiegen war, durfte sich der FC Glarus berechtigte Aufstiegshoffnungen machen. Vom ersten an kristallisierte sich ein Zweikampf zwischen dem FC Glarus und dem FC Balzers um den Gruppensieg heraus. Ständig an der Tabellenspitze liegend, spürten die Glarner doch stets den Hauch des Verfolgers aus dem Fürstentum im Nacken. So musste die direkte Begegnung am Landsgemeindesonntag 1987 in Glarus die Vorentscheidung bringen. Unter widrigsten äusseren Verhältnissen (Schnee, Rege, Wind) siegte die Frank-Elf verdient mit 1:0 und räumte damit den letzten Stein auf dem Weg zum Gruppensieg beiseite. Die Tabellenspitze hatte nach Saisonabschluss folgendes Bild:

  1. FC Glarus             22           13           9             0             45:12    35
  2. FC Balzers           22           12           5             5             50:27     29
    3.
    4.    FC Rapperswil-Jona

Nach dem letzten Meisterschaftsspiel war in den «Glarner Nachrichten» zu lesen: «Es wäre diesem Team zu gönnen, dass es sein grosses Ziel, den Aufstieg in die höchste Amateurliga, schaffen kann. An der Moral der Spieler ist nicht zu zweifeln, zu oft haben sie während der langen Saison gezeigt, dass sie gereift sind und im entscheidenden Moment eine Topleistung bringen können. Hoffen wir, dass recht viele Schlachtenbummler und echte Fans am kommenden Sonntagmorgen den FC Glarus im ersten entscheidenden Spiel um den Aufstieg unterstützen werden. Hopp FCG!»

Die Aufstiegspoule mit den Teams FC Seefeld Zürich, FC Tresa und FC Glarus, von denen zwei Teams aufstiegsberechtigt waren, begann mit der Partie FC Seefeld – FC Glarus. Mit dem erklärten Ziel, dem Aufstieg beim papiermässig als schwächstem Team der Poule eingestuften FC Seefeld mit einem Sieg oder allenfalls einem Unentschieden ein grosses Stück näher zu kommen, gingen die Glarner in diese Partie.

Überschwänglich die Presseberichte von dieser Auseinandersetzung: «FCG: Das war eine Prachtsleistung!» («Glarner Nachrichten») und «Glarus wirkte souverän. Seefeld hatte nicht den Hauch einer Chance.» («SPORT»).

Im weiteren: «Ein Super-FC-Glarus entschied das auf gutem Niveau stehenden und mit viel Spannung erwartete erste Aufstiegsspiel zur 1. Liga. Es war ein FC Glarus der all seine Vorteile in die Tat umzusetzen wusste und damit den Stadtzürchern schon bald die Aufstiegsträume zu nehmen schien. Georg Zug inder 7. Minute der ersten Halbzeit und Gianni Di Renzo nach fünf Minuten ind er zweiten Spielhälfte waren für die Treffer besorgt, und Torhüter Zoran Markov seinerseits bewahrte nach einen Penaltypfiff in der zwölften Minute seine Mannschaft vor dem psychologisch wichtigen Ausgleich. Die zwei Lattenschüsse von Georg Zug und Gianni Di Renzo zeigen auf, wie verdient der Sieg der Frank-Elf ist.» («Glarner Nachrichten»).

Von der besonderen Ambiance im Oerlikoner Neudorfstadion berichtet der «SPORT»»: «…Auf dem Neudorf war von diesem Zeitpunkt an die Hölle los. Das hatte einen Grund: Seefeld kam auf alles andere als in den Genuss eines Heimvorteils. Es machte nämlich den Anschien, al ob Glarus die gesamte Fussballgemeinde des Kantons hätte mit in die Stadt locken können. Der Funke der Begeisterung sprang vom Rasen auf die Fans und auch wieder zurück.»

Mit diesem hochverdienten Auswärtssieg schuf sich die Glarner Elf eine hervorragende Ausgangslage für die eine Woche später im heimischen «Buchholz» stattfindenden Partie gegen den FC Tresa. Bereits ein Unentschieden oder schlimmstenfalls eine 0:1 Niederlage hätte zum Aufstieg genügt. Andererseits konnten sich die Gäste mit einem Punktgewinn oder einer knappen Niederlage eine ebenfalls gute Ausgangslage für die letzte Partie FC Tresa – FC Seefeld schaffen. Unter diesen – beide Mannschaften zu dosierter Offensive zwingend – taktischen Voraussetzungen wurde die Partie im «Buchholz» vor rund 1’500 erwartungsfrohen Zuschauern ausgetragen. Das torlose Schlussresultat war beinahe eine logische Folge des auf beiden Seiten lastenden Erwartungsdruckes. Kommentar der «Glarner Nachrichten»: «Ein Wermutstropfen fiel nach dem alles entscheidenden Aufstiegsspiel in den Kelch der Glarner: Die lauten Pfiffe der unzufriedenen Zuschauer während der letzten 12 Minuten. Es wäre aber falsch, die Glarner an diesen Minuten zu messen. Sie haben während der langen Saison bewiesen, dass sie Fussball spielen können, und sie haben ihr vorgegebenes Ziel erreicht – sie sind in der 1. Liga. Die Freude nach dem verkrampften 0:0 gegen Tresa ist also durchaus berechtigt. Die Zuschauer erlebten einen Match, der vor allem vom Kampf lebte. Spielerische Höhepunkte gab es dagegen nur wenige zu verzeichnen. Zu stark stand für beide Teams die Taktik im Vordergrund. Die Tessiner hielten sich konsequent an ihr einmal eingeschlagenes Defensivkonzept und spielten über 90 Minuten lang äusserst diszipliniert.»

Als erstem glarnerischem Verein ist es dem FC Glarus gelungen, den Sprung in die höchste Amateurklasse (1. Liga Anm. d. Red.) zu schaffen. Zugleich machte sich der Verein damit wohl das schönste Jubiläumsgeschenk gleich selbst.

Die langjährigen, zielstrebigen Anstrengungen der Vereinsleitung, der Mannschaft und deren Verantwortlichen hatten zum glücklichen Ziel geführt.

 

Das Aufstiegs-Team 1986/1987 von der 2. Liga in die 1. Liga!
Hintere Reihe von links nach rechts: Georg Zug, Branco Dunic, Gianni Di Renzo, Herbert Noser, Peter Lötscher
Mittlere Reihe von links nach rechts: Wolfgang Frank (Spielertrainer), Heinz Hefti, Willy Oberer (Trikotsponsor und ehemaliger Präsident des 50er Clubs), Mario Zanelli, Koni Gabriel (aktueller Präsident des FC Glarus) 
Vordere Reihe von links nach rechts: Markus Hagmann, Donato De Giovanni, Zoran Markov, Daniele Biasco, Werner Zopfi

Der ganz grosse Aufstieg begann jedoch mit der Verpflichtung von Wolfgang Frank auf die Saison 1984/85. Mit professionellen und auf die Verhältnisse des FCG zugeschnittenen Methoden leitete Frank eine neue Ära ein. Als erster grosser Erfolg führte er den Verein just zum 75-jährigen Bestehen in die 1. Liga und nur ein Jahr später in die Nationalliga B. Innerhalb von zwei Saisons hatte der FC Glarus den Sprung von der 2. Liga in die Nationalliga B geschafft. Und diese NLB-Zeit ist eng mit einem Mann verknüpft, ohne diesen die Glarner nie in die zweithöchste Schweizer Liga aufgestiegen wären. Fritz «Ypsch» Hösli. Der im Jahr 2010 verstorbene «Ypsch» Hösli hat einiges bewegt beim FC Glarus. Wobei bewegt die sanfte Bezeichnung für „alles über den Haufen geworfen“ ist. Kein Stein blieb auf dem anderen, nachdem Hösli 1985 das Präsidium des Stadtklubs übernommen hatte. Ambitioniert führte er den Verein, wie ein Patron thronte er über dem FCG. Mit «Ypsch» Hösli und Wolfgang Frank als Trainer gings aufwärts mit dem Landklub. Der Durchmarsch von der 2. Liga in die Nationalliga B forderte aber auch seinen Preis. So erzählte «Ypsch» einmal, und er erzählte gerne, vorwiegend in seinem Restaurant «Waage», am liebsten oben am Stammtisch, dass Wolfgang Frank nach dem Aufstieg nur unter der Bedingung in Glarus blieb, für die NLB-Meisterschaft einen Top-Goalgetter zu erhalten. Und was tat «Ypsch» Hösli? Er fuhr zum sich in Konkurs befindenden MSV Duisburg, blätterte 35’000.00 Franken auf den Tisch und nahm Georg Zug mit ins Glarnerland. Das Herzblut, mit dem «Ypsch» den FC Glarus führte, hatte für den «Mann mit Alleinunterhaltungswert» jedoch weitreichende Konsequenzen. Das jährliche Budget des NLB-Klubs von rund 600’000.00 Franken konnte nie gedeckt werden. Hösli musste dauernd selbst Geld einschiessen. Während seiner zehnjährigen Präsidialzeit butterte er etwa 1,5 Millionen Franken in den Verein. Zudem dürfte 1989 die Verpflichtung des zweifachen WM-Finalisten mit Deutschland (WM 1982 + WM 1986), Hans-Peter Briegel, als Spielertrainer des FCG nicht billig gewesen sein. 

F-Junioren (U8) des FC Glarus Saison 1986/87
Trainer: Turi Sutter
Hintere Reihe: Sebastian Frank (4. von links), Marcel Zimmermann (4. von rechts)
Vordere Reihe: Urs Hösli (2. von links), David Feldmann (langjähriger Captain der 1. Mannschaft in den 00er Jahren / 3. von links), Benjamin Frank (3. von rechts)
Turnier-Sieg „Altobelli-Cup“

A-Junioren 1987/88
Hintere Reihe v.l.n.r. Köbi Bernet, Ernst Adler, Rolf Meister, Daniele Musio, Daniel Hösli, Olivier Grossrieder, Rolf Hösli
Mittlere Reihe v.l.n.r. Dario Tibolla, Angelo Maddalon, Werner Rechsteiner, Stefan Leuzinger, Sascha Vasconcelles
Untere Reihe v.l.n.r Franco Glaus, Reto Reutlinger, Frederico Piatti, Italo Fiorenzi
Liegend vorne: Kenneth Iseli

Saison 1988/89 (erste NLB-Saison)

Bekannt wurde der FC Glarus, als er 1988 in die damalige Nationalliga B aufstieg. Trainer war der aus der Deutschen Fussball Bundesliga bekannte Wolfgang Frank. Noch heute schwärmen viele Glarner vom sensationellen Meisterschafts-Auswärtssieg im Joggeli in Basel gegen den Traditions-Verein FC Basel (damals NLB) vom 13.08.1988 (1:2). Vier Jahre konnte sich der FCG in der zweithöchsten Spielklasse halten.

Die Saison begann am 23.07.1988 mit einer knappen 0:1 Heim-Niederlage gegen den SC Zug.

Zur damaligen Zeit spielten 12 Teams in der NLA und 24 Teams in der NLB (aufgeteilt auf zwei Gruppen). In der Gruppe Ost trafen die Glarner u.a. auf den FC Zürich und den FC Basel. Die besten acht Teams der NLA spielten im Frühling den Schweizer-Meister aus, während die vier Teams auf den Plätzen 9, 10 ,11 und 12 im Frühling jeweils gegen die besten zwölf Teams der NLB (die Teams auf den Plätzen eins bis sechs der beiden NLB Qualifikations-Gruppen) vier Plätze für die NLA der nächsten Saison ausspielten (Auf- Abstiegsrunde). Auch hier wurden die 12 Teams der Auf- Abstiegsrunde wieder in zwei Gruppen aufgeteilt, so dass pro Gruppe die zwei bestplatzierten Teams in der Folgesaison in der NLA spielen durften. In der NLB mussten die Teams der Qualifikationsrunde auf den Plätzen 7 bis 12 die Abstiegsrunde bestreiten (auch hier wieder auf zwei Gruppen aufgeteilt). Die 7., 9. und 11. platzierten Teams der einen Gruppe spielten in der Abstiegsrunde gegen die 8., 10. und 12. platzierten Teams der anderen Gruppe. Die letztplatzierten Teams der beiden Abstiegsrunden-Gruppen stiegen direkt ab. Die beiden 5. Platzierten mussten in einer Barrage (Hin- und Rückspiel) den dritten Absteiger in die 1. Liga ausspielen.

In der NLB gehörten sicherlich die Begegnungen gegen die Grossen des Schweizer Fussballs, FC Basel und FC Zürich, zu den Höhepunkten. Vor allem der 2:1-Auswärtssieg im «Joggeli» am 13. August 1988 ist vielen Glarnern heute noch in Erinnerung sein. Die Sportinformation schrieb in ihrem Spielbericht: «Der Sieg der Glarner im grossen St.-Jakob-Stadion war nach 90 Minuten aufgrund ihrer kämpferischen Haltung und soliden Leistung in der Abwehr gar verdient, wenngleich er eingedenk der späten Tore glückhaft zustande kam. Lötscher glich das Führungsgoal von Ralph Thoma erst in der 82. Minute aus, Zug gelang das Siegestor lediglich 120 Sekunden vor Schluss.» Lötscher war erst in der 63. Minute für Biasco aufs Feld gekommen. Wie Biasco erlebte auch Koni Gabriel den Schlusspfiff nicht mehr auf dem Platz. Nach überhartem Einsteigen gegen einen Basler wurde Sünder Gabriel von Ref Amherdt (von Beruf Priester) in die Garderobe geschickt. «Gegen den FC Basel zu gewinnen, war wohl für die meisten unvorstellbar. Nun ist uns diese Sensation gelungen. Dieser Sieg wird mit Sicherheit in die Geschichte des FC Glarus eingehen», diktierte Wolfgang Frank dem Reporter Angelo Umberg der Glarner-Nachrichten in den Notizblock. Immer war den Glarnern in ihrem ersten NLB-Jahr aber nicht zum Jubeln zumute gewesen. So verloren sie im Letzigrund gegen den FCZ mit 1:7. «Diese Kanterniederlage kam ausschliesslich zustande, weil die Glarner nach dem 1:3 ihre bis dahin homogene, gut gestaffelte, Abwehr öffneten», analysierten die «Glarner Nachrichten». Basel revanchierte sich im Buchholz für die «historische» Heimniederlage mit einem 3:0. Auf Grund der ungemütlichen Tabellenlage (Letzter der NLB-Ostgruppe) verpflichtete Glarus im November 1988 den Holländer Willy Scheepers. Der damals 27-jährige Libero sollte die Abwehr stabilisieren. Scheepers hatte seine Karriere beim PSV Eindhoven begonnen. Vom letzten Platz konnten sich die Glarner auch mit Scheepers nicht mehr lösen und wurden in die Abstiegsrunde verwiesen. Im Winter verliess der Baumeister des Glarner Fussballwunders, Wolfgang Frank, den Aufsteiger und wechselte zum NLA-Klub FC Aarau. Glarus gab seinen «Wundermann» trotz einem bis Ende Saison 1991/92 laufenden Vertrag frei. Die Saison hatte Frank noch als Spielertrainer begonnen, doch nach einem komplizierten Beinbruch im vierten Meisterschaftsspiel fungierte er nur noch als Trainer. Franks Nachfolger wurde Peter Stubbe. Der aus Bochum stammende Stubbe sah schon 1988 auf eine weltweite Tätigkeit zurück. Der als «Feuerwehrmann» bekannte Stubbe leistete ganze Arbeit, führte Glarus souverän durch die Abstiegsrunde, die es auf dem 1. Platz beendete.

NLB Team FC Glarus – Saison 1988/1989
Hintere Reihe von links:
Walter Ender (2. Masseur), René Hüppi (Masseur), Carlo Ramensperger, Herbert Noser, Gianni Di Renzo, Antonio Paradiso, Elmar Landolt, Mario Zanelli

Mittlere Reihe von links: Fritz „Ypsch“ Hösli (Präsident), Horst Thoma, Koni Gabriel, Urs Oswald, Daniel Berger, Daniel Mann, Peter Lötscher, Wolfgang Frank (Spielertrainer), Ernst Wirz (Coach / Assistenztrainer)

Vordere Reihe von links: Daniele Biasco, André Bär, Georg Zug, Markus Jappert, Zoran Markov, Renato Micheroli, Sven Zingraf, Mario Langer

Auf dem Bild fehlen: Hagmann und Rechsteiner

13. August 1988, Saison 1988/89, NLB
FC Basel : FC Glarus 1:2 (1:0)

Auf dem Bild: Captain Koni Gabriel, Torwart Markus Jappert und FC Glarus Verteidiger Herbert Noser

Stadion St. Jakob – 4’300 Zuschauer
SR: François Xavier Amherdt (Sierre)
Tore:
37. min Ralph Thoma (FC Basel) 1:0
82. min Peter Lötscher (FC Glarus) 1:1
88. min Georg Zug (FC Glarus) 1:2

FC Basel: Remo Brügger, Uwe Dittus, Markus Hodel, Spirig, André Rindlisbacher, Mario Moscatelli, Mata, Hänni, Baumann, Ralph Thoma (59. min Patrick Rahmen), Esposito (81. min Aebi)
FC Glarus: Markus Jappert, André Bär, Daniel Berger, Herbert Noser, Horst Thoma, Daniele Biasco (63. min Peter Lötscher), Koni Gabriel, Elmar Landolt, Antonio Paradiso (77. min Sven Zingraf), Gianni Di Renzo, Georg Zug

Gelb-Rote-Karte: 86. min Koni Gabriel
Bemerkungen: FC Basel ohne Massimo Ceccaroni und Fanciulli; FC Glarus ohne Spielertrainer Wolfgang Frank (alle verletzt)
Der FC Basel war zu diesem Zeitpunkt (vor und nach dieser Spielrunde) Tabellenführer der NLB Gruppe Ost. Für den FC Glarus war dies der erste Sieg in der NLB (in der 6. Runde der NLB Gruppe Ost Saison 1988/1989).

Junioren FC Glarus (wahrscheinlich E-Junioren Saison 1988/89)
Hintere Reihe v.l.n.r. Sebastian Frank, Abel Garcia, Sascha Cescato, Marcel Ronner, Stefan Trümpi
Vordere Reihe v.l.n.r. David Feldmann, Roger Zweifel, Paul Hösli

Saison 1989/90 (zweite NLB-Saison)

Der Modus im Schweizer Fussball blieb zur Vorsaison beinahe identisch. Einzig in der Abstiegsrunde gab es eine kleine Änderung. Für die Abstiegsrunde der NLB erhielt der siebtplatzierte der Qualifikationsrunde 6 Bonuspunkte, der achtplatzierte 5 Punkte usw.

Die Qualifikationsrunde in der zweiten NLB Saison verlief besser, als die erste Saison. In der Abstiegsrunde spielten die Glarner 7 Mal unentschieden, bei 2 Siegen und nur einer Niederlage. Dies genügte um die Klasse auch dieses Jahr wieder souverän zu halten.

F-Junioren

Hintere Reihe von links nach rechts: Köbi Bernet, David Grossenbacher, Roland Britschgi, Florian Schlup, Thomas Bernet, Jürg Bamert, Dani Rufibach, Turi Sutter

Mittlere Reihe stehend von links nach rechts: (?), Dominik Pircher, Sergio Piscopiello, Marco Huser, Marco Hefti, Adrian Hug, Tobias Schlup, Bruno Kellenberger, Martin Rios, Dani Peraud, (?), (?)

Mittlere Reihe sitzend von links nach rechts: Trevisan, Christian Strimer, (?), Thomas Bernegger, Mario Zimmermann, Benjamin Frank, Urs Feldmann

Vordere Reihe von links nach rechts: (?), Patric Voelin, Marc Freuler, Sean Müller, (?), Marco Honegger, Adrian Hug, Martin Stüssi, Roger Caluori, Pascal Stoop, Patrick Iten, Jan Schläpfer

Saison 1990/91 (dritte NLB-Saison)

In der Saison 1990/1991 belegte man nach der Qualifikations-Runde den 10. Tabellenrang und musste wieder in der NLB-Abstiegsrunde antreten. Diese schlossen die Glarner auf dem zweitletzten (fünften) Tabellenrang ab, womit es zu zwei Entscheidungsspielen gegen Montreux-Sports um den Klassenerhalt (der Sieger verblieb in der NLB, der Verlierer musste in die 1. Liga absteigen) kam. Das Hinspiel konnte der FC Glarus mit 2:1 gewinnen, das Rückspiel verloren die Glarner 1:3. Somit wäre der FC Glarus 1991, nach insgesamt drei Saisons in der NLB, wieder in die 1. Liga abgestiegen. Nach dem Entscheidungsspiel kam ans Tageslicht, dass Montreux-Sports die Lizenz für die NLB-Saison 1991/1992 nicht erhalten wird, womit der FC Glarus in der NLB verblieb. Eine Saison später, nach insgesamt vier Saisons in der Nationalliga B, stieg Glarus 1992 in die 1. Liga ab. Dort konnte man sich bis 1997 halten.

 

1. Mannschaft – NLB

2. Mannschaft – 3. Liga

3. Mannschaft (USI) – 4. Liga

A-Junioren (Elite)

B-Junioren (Meister)

C-Junioren 1

C-Junioren 2

D-Junioren (Talent)

E-Junioren (Talent)

E-Junioren

F-Junioren

Senioren

Saison 1991/92 (vierte NLB-Saison)

D-Junioren FC Glarus Saison 1991/92
Trainer: Peter Michel
Hintere Reihe v.l.nr. Yves Rüedi (heute Bundesrichter in Lausanne), René Landis, Wursteisen, Daniel Gorfer
Mittlere Reihe v.l.n.r. ?, Stefan Trümpi, Abel Garcia, ?, Reto Jäggi, Sascha Cescato, Sebastian Frank
Vordere Reihe v.l.n.r. Patrick Gisiger, Stefan Trümpi, Roger Zweifel, Patrik Moor, Ralph Brunner, Paul Hösli

Saison 1999/00
Die Saison 1999/00 war die letzte Saison in welcher die 2. Liga die vierthöchste Spielklasse im Schweizer Fussball war. Es wurde beschlossen, dass ein Jahr später zwischen der 1. Liga und der 2. Liga die 2. Liga Interregional den Spielbetrieb aufnehmen soll. Die 2. Liga Interregional wird vom Schweizerischen-Fussball-Verband geführt, und der Ostschweizer-Fussball-Verband hat danach pro Jahr zwei Aufstiegs-Rechte. Für die Gründung der 2. Liga Interregional hatte der Ostschweizer-Fussball-Verband acht Plätze zugeteilt erhalten. Da es zwei 2. Liga Gruppen gab, konnten pro Gruppe die ersten vier in die neu gegründete Liga aufsteigen. 
Der FC Glarus belegte den 8. Schlussrang und konnte so die Saison 2000/01 in der 2. Liga Regional in Angriff nehmen.

Die zweite Mannschaft spielte in der 5. Liga. Der FC Glarus stellte zu dieser Zeit keine eigene „zweite Mannschaft“. Das 5. Liga Team wurde von der GSI (Grupo Sportivo Italiano) betrieben und finanziert.
Die A-Junioren spielten in der Frühlingsrunde Saison 1999/00 in der höchstmöglichen Junioren-Liga (Meister-Gruppe). Leider konnten sie diese Klasse nicht halten und belegten den letzten Platz.

Die B-Junioren spielten in der zweithöchsten Liga (Promotion-Liga) und bei den C-Junioren traten die FC Glarus Junioren als Team Glarnerland ebenfalls in der höchstmöglichen Liga (Meister-Gruppe)  an. Bei den Junioren arbeitete der FC Glarus zu dieser Zeit eng mit dem FC Netstal zusammen. So spielten ebenfalls FC Glarus Junioren dank der Spielgemeinschaft mit dem „Spielerpass des FC Glarus“ beim FC Netstal. Diese Mannschaft starte in der 2. Stärkeklasse bei den C-Junioren.
Daneben nahmen noch zwei D-Junioren (1. Stärkeklasse / 2. Stärkeklasse) am Meisterschafts-Betrieb teil. Eine Senioren- oder Veteranen-Mannschaft gab es zu diesem Zeitpunkt beim FC Glarus nicht.

Saison 2000/01
Die erste Mannschaft nahm die Meisterschaft in der 2. Liga in Angriff, welche nun die fünfthöchste Liga im Schweizer Fussball darstellte.
Die zweite Mannschaft spielte in der 5. Liga. Es wurde ebenfalls noch eine dritte Aktiv-Mannschaft am Meisterschafts-Betrieb angemeldet, welche jedoch dann wieder zurückgezogen werden musste.

 

Die A-Junioren spielten als Absteiger aus der Meisterklasse in der 1. Stärkeklasse. Nachdem im Herbst noch ein guter Mittelfeldplatz herausschaute, konnte im Frühling die Klasse nicht mehr gehalten werden.

Die B-Junioren liefen in diser Saison unter dem Dach des FC Netstal. In der Herbst-Saison landete das Team mit 0 Punkten auf dem letzten Platz der Promotion-Liga (zweithöchste Liga), was den Abstieg bedeutete. Im Frühling konnte die Klasse in der tieferen Liga knapp gehalten werden (Punktemässig mit einem guten Punktepolster auf den Abstiegsplatz von 7 Punkten, jedoch direkt über dem Strich).
Die besten C-Junioren des Vereins spielten im Team Glarnerland in der Meistergruppe und erreichten sowohl im Herbst, wie auch im Frühling einen Mittelfeld-Platz. In dieser Saison konnte der FC Glarus zudem noch eine eigene C-Junioren-Mannschaft stellen, welche in der 2. Stärkeklasse antrat und im Herbst den 3. Platz und im Frühling den 5. Platz belegte. Zudem konnte man zwei D-Junioren-Teams stellen. Je ein Team startete sowohl in der Herbst-Saison, wie auch in der Frühlings-Saison in der 1. Stärkeklasse und in der 2. Stärkeklasse.
Eine Senioren-, oder Veteranen-Mannschaft konnte der FC Glarus wiederum nicht stellen.

Saison 2001/02

Saison 2002/03

In den 00er Jahren spielte der FC Glarus mehrheitlich in der 2. Liga Regional (acht von zehn Spielzeiten). Zwei Aufstiege in die 2. Liga Interregional gelangen ihnen dabei, welche aber jeweils nach nur einer Spielzeit wieder mit dem Abstieg in die 2. Liga Regional des OFV endeten. Der erste Aufstieg gelang in der Saison 2002/03.

Saison 2003/04

Saison 2004/05

Saison 2005/06

1. Mannschaft (Saison 2004/05 oder 2005/06)

Saison 2006/07

Saison 2007/08

Für einen der Höhepunkte der Vereinsgeschichte sind die Veteranen (heutige Bezeichnung: Senioren 40+) verantwortlich, welche am 24. Mai 2008 Veteranen-Schweizer-Meister (Senioren 40+ Schweizer-Meister) und Veteranen-Schweizer-Cup-Sieger (Senioren 40+ Schweizer-Cup-Sieger) wurden.

Senioren 40+ Schweizer Meister

24. Mai 2008, Saison 2007/2008, Schweizer-Meisterschafts-Final und Schweizer-Cup-Final Veteranen (Senioren 40+)
FC Glarus : FC Echichens 2:1 (1:0)
Erli, Kerzers (FR)
SR: R. Aegerter, D. Pezzela, K. Gauch
Tore:
45. min Beat Grossmann (FC Glarus) 1:0
51. min Legler (FC Glarus) 2:0
54. min Pfister (FC Echichens) 2:1

FC Glarus: Bruno Largo, Christian Ronner, Fabio Andretta, Markus Hagmann, Hanspeter Blunschi, Peter Michel, Koni Gabriel, René Santavenere, Beat Grossmann, Orlando Pozzy, Hanspeter Legler, Herbert Noser, Leonardo Stabile, Anton Tresch, Peter Aebli, Fridolin Stüssi – Coach: Georg Zug
FC Echichens: Cruchon, Gomez, Girardet, Bamert, Sunier, Christophe Ohrel, Dumuid, Ferrari, Jotterand, Pfister, Mancini, Katz, Seiler, Lagier, Pernet, Pittet, Auberger, Roulet, Eschmann, Carrard, Dubuis, Reichenbach, Hug – Coaches: T. Balsiger, E. Andrey
Bemerkung: Georg Zug war einer der herausragenden Spieler dieses Teams. Aufgrund einer Sperre aus dem Halbfinal-Spiel konnte er im Final-Spiel nicht eingesetzt werden und fungierte als Coach.

 

Saison 2008/09

1. Mannschaft

2. Mannschaft (5. Liga) Saison 2008/09
Trainer: Peter Hefti (Ehrenmitglied FC Glarus)

Saison 2011/12

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr 2012 musste der FC Glarus den Abstieg in die 4. Liga antreten. Nach sieben Jahren in der 4. Liga stieg der FC Glarus in der Saison 2018/2019 wieder in die 3. Liga auf.

2. Mannschaft (Saison 2011/12)

Saison 2016/17

1. Mannschaft (4. Liga) (Saison 2015/16 oder 2016/17)

Saison 2017/18

1. Mannschaft (4. Liga) Saison 2017/18

Saison 2018/19

Die Saison 2018/19 war auch für die erste Mannschaft wieder mal eine ganz erfreuliche Angelegenheit.
Die Vereinsleitung gab klar die Vorgabe, dass in dieser Saison der langersehnte Aufstieg in die 3. Liga passieren muss/soll. 
Der FC Glarus belegte die ganze Saison, mit Ausnahme nach dem letzten Spieltag, jedoch nie den 1. Gruppenrang, welcher zum Aufstieg berechtigte. Schuld daran waren nicht etwa schlechte Leistungen der Spieler aus dem Zigerschlitz, sondern dass mit dem FC Uznach 2 ein zweites sehr starkes Team in dieser Gruppe mit dabei war. In der Winterpause belegte man den 2. Tabellenplatz mit zwei Punkten Rückstand auf den FC Uznach 2. In der Hinrunde gab es eine unglückliche Niederlage gegen den FC Bashkimi 99 und zwei Unentschieden (gegen den FC Triesen 2 und gegen den FC Wagen). Was dann in der Rückrunde geschah, das zeigt auf, dass man sich im Winter optimal auf die Rückrunde vorbereitet hat und auch die Moral im Team stimmte. Neun Spiele, neun Siege, so lautete das Verdikt der Rückrunde für den FC Glarus (insgesamt feierte der FC Glarus elf Siege in Folge in dieser Saison). Da auch der FC Uznach 2 eine sehr gute Rückrunde spielte (bis zum letzten Spieltag gewannen sie sieben Spiele und spielten nur einmal Unentschieden), blieb das Rennen um den Aufstieg bis zum letzten Spieltag offen und spannend. Der Spielplan wollte es so, dass am letzten Spieltag die beiden punktgleichen FC Uznach 2 und er FC Glarus noch gegeneinander spielen mussten. So kam es am 08. Juni 2019 zu einer Finalissima. Da der FC Uznach 2 weniger Strafpunkte aufwies, hätte dem Team aus dem Gaster-Land ein Unentschieden zum Aufstieg genügt. Der FC Glarus musste gewinnen, um sich den ersten Tabellenplatz zu sichern. Es war ein wunderschöner Sommertag und das Buchholz war seit langem wieder mal sehr gut besucht. Vor dem Spiel war spürbar, wie wichtig diese Partie für den FC Glarus ist. Alle waren voller Hoffnung und Zuversicht aber auch ein wenig angespannt. Kurz vor der Halbzeit-Pause (42. Minute) konnte der FC Glarus in Führung gehen. Mitte der zweiten Halbzeit (65. Minute) konnten die Glarner einen Konter mustergültig zu Ende spielen und führten 2:0. Dies führte dazu, dass nun der FC Uznach 2 das Zepter in die Hand nahm und die Glarner stark in die eigene Hälfte zurückdrängte. Für die Zuschauer war klar, dass es bei einem Gegentreffer nochmals extrem knapp würde, da die Uznacher nun klar Feldüberlegen waren. In der 90. Minute holte der Verteidiger Juan Manuel Traba Baumgartner den Stürmer des FC Uznach 2 im Strafraum von den Beinen. Da die Sachlage so klar war (der Gegner hatte nach dem Tackling des Glarner-Vertiedigers keine Chance auf den Beinen zu bleiben), gab es auch keinerlei Proteste der Glarner. Dank dem überragenden Torwart Patrik Horner, welcher zuvor schon drei Mal sensationell parierte, blieben die Glarner mit 2:0 in Führung, da er nun auch die richtige Ecke auswählte und den gut geschossenen Penalty abwehren konnte. Kurz darauf pfiff der Schiedsrichter die sehr faire Partie ab. Es war ein hochklassiges 4. Liga Spiel und alle Beteiligten verdienten sich Höchstnoten (FC Glarus, FC Uznach 2 und auch der Schiedsrichter). Obwohl es für beide Teams das alles entscheiden Spiel war, blieb die Partie über die gesamte Spielzeit sehr fair, was sicherlich auch mit der sensationellen Leistung des Schiedsrichters zu tun hatte, der das Spiel von der ersten Minute an im Griff hatte. Endlich war der Aufstieg geschafft und die Niederungen der 4. Liga konnten verlassen werden. Die Aufstiegs-Party fand zuerst auf dem Fussballplatz Buchholz statt, wo alle Funktionäre (Junioren-Trainer, Helfer, …) und Spieler gemeinsam bei einem Essen den Aufstieg feierten. Danach ging die Party im Route66 (Bar in Glarus) bis in die Morgenstunden weiter.

Auch die zweite Mannschaft (5. Liga) hatte grundsätzlich das Ziel aufzusteigen. In einer tollen Glarner-Meisterschaft (alle Vereine stellten in dieser 5. Liga Saison je ein 5. Liga-Team) ging es ebenfalls sehr knapp zu und her. Bereits zur Winterpause war klar, dass der Aufsteiger in die 4. Liga aus dem Glarnerland kommen wird; zu stark waren vier der fünf Glarner Teams im Vergleich zu den anderen Mannschaften. Dass der Aufstieg um zwei Punkte verpasst wurde, das hat mit einer sehr unglücklichen Hinrunde zu tun, wo man in vier von acht Spielen sich die Punkte mit dem Gegner teilen und gar zweimal unglücklich als Verlierer vom Platz gehen musste. Wie bei der ersten Mannschaft musste auch bei der zweiten Mannschaft die Vorbereitung auf die Rückrunde sensationell gewesen sein. So konnte man in der Rückrunde bei acht von neun Spielen als Sieger den Platz verlassen und musste nur einmal die Punkte teilen (gegen den FC Netstal). Schlussendlich lagen die ersten vier Teams (allesamt aus dem Glarnerland) nur zwei Punkte auseinander. Wobei der FC Rüti GL den Aufstieg schon am zweitletzten Spieltag sichern konnte und die Niederlage am letzten Spieltag gegen den FC Glarus der Feier auf dem Sportplatz Tödi in Rüti GL nichts anhaben konnte. Der FC Rüti GL wusste, dass sie aufsteigen werden, wenn sie im letzten Spiel der Saison keine gelbe oder rote Karte kassieren würden.