Für den Landsgemeinde-Samstag 01. Mai 2021 plant der FC Glarus einen „Legenden-Tag“ im Buchholz. Dazu werden alle aktuellen und ehemaligen Vereins-Mitglieder (Junioren, Aktiv-Spieler, Funktionäre, Helfer, etc.) eingeladen. Geplant ist eine Ausstellung mit alten Bildern, Trikots, Pokalen, u.v.m.. Weiter werden die grossen Legenden wie Fritz Künzli, René Botteron, Paul Fischli, u.a. eine etwas grössere Plattform erhalten. Sofern Covid-19 mitspielt, wird der „Legenden-Tag“ am Landsgemeinde-Samstag 2021 von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr im Buchholz in Glarus stattfinden. Im Anschluss wird die 1. Mannschaft noch ihr Heimspiel gegen den FC Flawil austragen. Wir möchten euch in den nächsten Wochen und Monaten jeweils „Legenden“ des FC Glarus vorstellen, welche unseren Club geprägt haben, oder welche mal für den FC Glarus spielten und neben dem Rasen sportliche oder berufliche Erfolge feiern konnten.

Als 14. Legende stellen wir euch heute unseren Präsidenten, Ehrenmitglied und ehemaligen Captain der NLB-Mannschaft des FC Glarus, Koni Gabriel, vor.

Gibt es jemanden, der den FC Glarus mehr verkörpert als Koni Gabriel? Wohl kaum!
Er durchlief die Junioren-Abteilung des FC Glarus, war danach massgeblich als Aktiv-Spieler an den Aufstiegen in die 1. Liga (Saison 1986/1987) und in die NLB (Saison 1987/1988) beteiligt. Ab der Saison 1987/1988 führte er die Mannschaft jeweils als Captain aufs Feld. Er war auch Captain des NLB-Teams, welches am 13. August 1988 im NLB-Meisterschafts-Spiel den FC Basel im Joggeli mit 1:2 bezwang (wobei Koni Gabriel in der 86. Minute die Gelb-Rote-Karte sah und beim Siegestreffer von Georg Zug in der 88. Minute nicht mehr auf dem Platz stand). Koni Gabriel war auch am 24. Mai 2008 massgeblich als Spieler daran beteiligt, als die Veteranen des FC Glarus Schweizer-Veteranen-Meister und Schweizer-Veteranen-Cup-Sieger wurden.
Koni Gabriel war mehrere Jahre F-Junioren-Trainer beim FC Glarus (zwischen 2004 bis 2009) und übernahm dabei sogar das Amt des Junioren-Obmanns.
Für all diese Leistungen wurde er Ehrenmitglied des FC Glarus ernannt.
Als im Jahr 2014 eine neue Vereinsleitung übernehmen musste, erklärte sich Koni Gabriel bereit, diese Herkules-Aufgabe zu übernehmen. Er stellte einen neuen Vorstand zusammen und kein Stein blieb auf dem Anderen. Dementsprechend viel Arbeit und Zeit investierte vor allem Koni Gabriel in den FC Glarus. Die Blüten trugen Früchte. Mitte Juni 2018 konnte der langersehnte Aufstieg in die 3. Liga gefeiert werden. Aber nicht nur die Aktiv-Mannschaft profitiert von der Arbeit des allgegenwärtigen Präsidenten, sondern auch die Junioren-Abteilung. So spielen inzwischen die C-Junioren, B-Junioren und A-Junioren allesamt in der zweithöchsten Liga und mit den D-Junioren konnte man vor wenigen Monaten sogar den Aufstieg in die höchstmögliche Liga (Elite) feiern.
Wie bereits geschrieben, ist Koni Gabriel als Präsident allgegenwärtig. Er nimmt sich für jedes Vereinsmitglied Zeit, falls es nötig ist; scheut sich jedoch auch nicht vor unangenehmen Entscheidungen.
Koni Gabriel ist für unseren Verein ein „Lotto-Sechser“. Einen besseren Präsidenten kann man sich kaum wünschen.

Koni Gabriel ist der „Mister-FC-Glarus“. Im Glarnerland kennt man Koni Gabriel jedoch auch als erfolgreicher Bäckerei-Unternehmer (Bäckerei Jacques Gabriel AG).
Was Koni Gabriel anfasst, führt er zum Erfolg. Sei dies die Geschicke des FC Glarus, oder sein Familien-Unternehmen, welches inzwischen ein Filial-Netz von sieben Geschäftsstellen umfasst. Wer sich mit Koni unterhält, der merkt, dass er sowohl seine Tätigkeit als Unternehmer, wie auch als Präsident mit sehr viel Herzblut anpackt. Für ihn ist es keine Arbeit, sondern Passion.

Koni Gabriel hat zwei Söhne (Silas und Fadri). Beide Söhne betreute er als F-Junioren-Trainer beim FC Glarus. Silas Gabriel spielt inzwischen in der 1. Mannschaft und amtet dabei als Vize-Captain.

Wie sah Deine Karriere beim FC Glarus aus?
Als 9 jähriger fing ich bei den E-Junioren an und durchlief die ganze Juniorenabteilung des FC Glarus. Noch als A-Junior wurde ich in die erste Mannschaft berufen, welche zu dieser Zeit am Tabellenende der zweiten Liga spielte. Insgesamt zählte ich rund 10 Jahre zum Kader unseres Fanionteams. Später wechselte ich zu den Senioren und anschliessend zu den Veteranen. Als meine Söhne mit dem Fussball begannen, war ich erst Trainer und anschliessend Juniorenobmann. Seit rund sechs Jahren amtiere ich als Präsident im Verein.

Koni Gabriel als C-Junior im Jahr 1978
1. Mannschaft Saison 1983/1984 (2. Liga)
Saison 1986/1987 (2. Liga)
Trainingslager Februar 1987 auf den Malediven
1. Liga Saison 1987 1988 Koni Gabriel in Action
Juni 1988 – nach dem gewonnenen Aufstiegsspiel in Rorschach (Aufstiegsspiel in die NLB)
1. Mannschaft Saison 1988 1989 (1. Saison NLB)
13. August 1988 – NLB-Spiel: FC Basel vs. FC Glarus – Koni Gabriel führt den FC Glarus als Captain ins Joggeli. 90 Minuten später hat der FC Glarus den FC Basel mit 1:2 besiegt!
13. August 1988 – FC Basel : FC Glarus kurz vor Abpfiff (v.l. Mario Zanelli, Zoran Markov, Daniele Biasco und Koni Gabriel)
NLB Saison 1988 1989 Koni Gabriel in Action
Koni Gabriel (kniend) als F-Junioren-Trainer des FC Glarus
Am 24. Mai 2008 wurde der FC Glarus Veteranen-Schweizer-Meister und Veteranen-Cup-Sieger (Senioren 40+). Koni Gabriel war einer der herausragenden Spieler dieses Teams.
Die 1. Mannschaft des FC Glarus (offizielles Team-Bild) – Koni Gabriel als Präsident (hintere Reihe, zweiter von links)
8. Juni 2019 – Aufstieg in die 3. Liga nach der gewonnen Finalissima gegen den FC Uznach II

Magst Du Dich noch an Dein erstes Training oder Spiel erinnern?
Mein erster «Ernstkampf» war als E-Junior ein Freundschaftsspiel gegen die D-Junioren des FC Netstal. Wir gingen 11:0 baden. Zu dieser Zeit spielten alle Juniorenklassen 11er Fussball über das ganze Feld. Seit vielen Jahren unvorstellbar. Alle rannten nur dem Ball hinterher. Der Eckball wurde von ganz aussen getreten. Keine Chance den Ball auch nur annähernd in die Gefahrenzone zu bringen.

Was war Dein sportlich grösster Erfolg oder erzähl uns etwas über Dein schönstes Erlebnis?
Die grössten Erfolge waren auch gleich die schönsten. Der Aufstieg in die erste Liga wurde ein Jahr später gleich mit dem Aufstieg in die Nationalliga B getoppt. Der ganze Kanton war in Aufruhr. Der Sieg gegen den FC Basel im damaligen «Joggeli» wird mich bis ans Ende meiner Tage begleiten und den kann uns niemand mehr nehmen. Später war der Schweizer Meistertitel mit den Veteranen ein Highlight. Aber auch der Aufstieg der ersten Mannschaft im 2018, welchen ich als Präsident erlebte, war natürlich wegen der ganzen Konstellation sehr bewegend.

Welcher Mitspieler oder Trainer hat Dich am meisten beeindruckt oder geprägt und weshalb?
Den ersten Trainer vergisst man natürlich nicht mehr. Dies war Herr Gredig. Noch in der Juniorenzeit hat uns Kurt Trümpi viel mit auf den Weg gegeben. Über allen steht natürlich mein Freund und leider viel zu früh verstorbener Freund Wolfgang Frank. Er hat den ganzen Verein auf ein anderes Level gehievt. Noch heute profitiere ich von seinem Wirken.

Bist Du mit dem FC Glarus noch verbunden oder hast Du noch Kontakt zu ehemaligen «Legenden»?
Als Präsident bin ich noch sehr stark verbunden und bin mittlerweile ausserordentlich Stolz auf den Verein. Der FC Glarus hat wieder seine Identität zurück gefunden und die Entwicklung ist noch lange nicht beendet. Mit meinen ehemaligen Nationalliga B Spielern und den ehemaligen Veteranen organisiere ich jährlich ein Treffen. Zudem besteht unser «Männerklub» ausschliesslich aus ehemaligen Junioren des FC Glarus.

Erzähl uns doch noch eine Anekdote aus Deiner Zeit beim FC Glarus?
Mit der ersten Mannschaft waren wir im Februar im Tessin im Trainingslager. Der leitende Trainer war als Notnagel für Helmut Huttary verpflichtet worden und bekannt für seine Unberechenbarkeit und Überraschungen. Das Einlaufen auf dem gefrorenen Platz am Morgen war abgeschlossen und der Trainer begann uns die nächste Übung zu erklären. Da er mit seinen Ausführungen kein Ende fand und wir bald wieder zu frieren gegannen, hat ein Mitspieler und angehender Arzt ihn auf die «Abkühlung» und die damit verbundenen Gefahren hingewiesen. Der Trainer antwortete mit seinem Ost-Akzent ohne zu zögern: «Gehst Du duschen!». Nun meldet sich ein anderer Spieler und meinte: «Nun sind wir jedoch ungerade und die Mannschaften weisen nicht gleich viele Spieler auf.» Daraufhin antwortete der Trainingsleiter wiederum ganz spontan: «Gehst Du auch duschen!»

Werden wir Dich am Legendentag im Buchholz antreffen?
Selbstverständlich! Und ich freue mich schon jetzt, viele ehemalige Mitspieler und Freunde zu treffen!