Kurz vor seinem 74. Geburtstag (am 8. Januar 1946 wurde er in Glarus geboren) ist heute (am 22. Dezember 2019) die Fussball-Legende Fritz Künzli gestorben. Nur wenige Wochen nach dem Tod von Köbi Kuhn verliert der Schweizer Fussball eine weitere Legende.

Fritz Künzli ist mit seinen 201 Toren in 313 Spielen in der höchsten Schweizer Fussball Liga (NLA / heute: Raiffeisen Super League) auch heute immer noch alleiniger Rekord-Torschütze. In seiner Karriere wurde er zwei Mal Schweizer Meister und vier Mal Schweizer Cup-Sieger. Zudem bestritt er 44 Länderspiele für die Schweizer Nationalmannschaft und schoss dabei 15 Tore. Er kam unter anderem 1966 an der Fussball-Weltmeisterschaft in England zu zwei Einsätzen (gegen Deutschland und Argentinien).

Geboren wurde er am 08. Januar 1946 in Glarus. Als Neunjähriger fing der Gastwirtsohn aus Ennetbühls in der Jugendabteilung des FC Glarus mit dem Fussballspiel an. Sechs Jahre später konnte er dank einer Spezialbewilligung in der ersten Mannschaft des Vereins spielen, der daraufhin in die 2. Liga (vierthöchste Klasse) aufstieg.

1962 schaffte der FC Glarus nach sieben Jahren in der 3. Liga den Aufstieg in die 2. Liga. Hauptverantwortliche waren Spieler wie Fritz Künzli (16 Jahre alt), Paul Fischli (17 Jahre alt) und Ernst Schmid. Paul Fischli und Fritz Künzli wuchsen in Ennetbühls beinahe Haustüre an Haustüre auf und spielten fast täglich in den engen Gassen oder auf dem Buchholz-Rasen Fussball. In der 2. Liga schoss diese legendäre Glarner Mannschaft 71 Tore und somit am meisten aller 2.-Liga-Teams der Schweiz. Das lenkte auch ausserhalb der Region die Aufmerksamkeit auf die Glarner Kanoniere. Nur zwei Jahre nach dem Aufstieg in die 2. Liga wagte das Trio Künzli, Fischli und Schmid den Sprung in den nationalen Fussball. Künzli wurde vom FC Zürich, Fischli vom Young Fellows Zürich und Schmid vom FC Wettingen unter Vertrag genommen. Vor allem Fritz Künzli beim FCZ und sein langjähriger Weggefährte Paul Fischli (wechselte nach dem Engagement bei den Young Fellows zum FC Basel, wo er fünf Mal Schweizer-Meister und ein Mal Schweizer-Cup-Sieger wurde) gehörten zu den besten Fussballern der Schweiz dieser Zeit.

FCZ-Präsident Edi Nägeli verpflichtete Künzli 1964 für einen geringen Betrag, und der Stürmer entwickelte sich rasch zu einem Torjäger. In seinem zweiten Jahr in Zürich gewann er mit dem Verein 1966 das Double. Zum zweiten Gewinn des Meistertitels im Jahre 1968 steuerte er in 26 Spielen 28 Tore bei. Dreimal wurde er beim FC Zürich in den Jahren 1967, 1968 und 1970 Torschützenkönig in der Schweizer Liga. Vier Pokalsiege errang er in den Jahren 1966, 1970, 1972 und 1973. Während seiner Zeit beim FCZ bildete er mit Jakob „Köbi“ Kuhn, der im Mittelfeld das Spiel gestaltete, ein effizientes Duo. 1973 wechselt er zum FC Winterthur. Mit den Winterthurern erreichte er 1975 den Schweizer Cupfinal. Im Herbst seiner Karriere spielte er für Lausanne-Sports und sicherte sich in der Saison 1977/78 zum vierten Mal die Torjägerkrone.

Sein Debüt in der Nationalmannschaft gab er unter Trainer Alfredo Foni am 17. Oktober 1965 beim WM-Qualifikationsspiel in Amsterdam gegen Holland. Das zweite und dritte Spiel erlebte er bei der Fussball-Weltmeisterschaft 1966 in England gegen Deutschland und Argentinien. Sein erster Treffer gelang ihm bei der 2:4-Niederlage in Rumänien am 2. November 1966 beim Spiel in der Europameisterschafts-Qualifikation. Seinen Abschied aus der „Nati“ nahm er als Einwechselspieler am 16. November 1977 unter Nationaltrainer Roger Vonlanthen bei der 1:4-Niederlage in Stuttgart gegen Deutschland. Nach 44 Länderspielen mit 15 Toren waren seine internationalen Einsätze beendet.

Als Künzli im Herbst seiner Karriere bei Lausanne Sport nochmals zur Bestform auflief und zum vierten Mal Torschützenkönig der höchsten Schweizer Liga wurde, bestritt er zusammen mit René Botteron (ebenfalls ein ehemaliger FC Glarus Junior) ein Länderspiel. „An der Seite meines FCG-Kollegen René Botteron gegen Österreich anzutreten, war für mich ein spezieller Moment.“ äusserte sich Fritz Künzli Jahre später.

Das Aufstiegs-Team des FC Glarus mit Fritz Künzli, Paul Fischli und Ernst Schmid – alle drei wechselten zwei Jahre später in den bezahlten Fussball.

Seine Lebenspartnerin war über 35 Jahren Monika Kälin (ehemaliges Modell und bekannte Schweizer Sängerin).