Marc Schneider (Schiedsrichter des FC Glarus) kam im Herbst 2019 eine ganz besondere Ehre zu: Er war Mitte August 2019 (18. August 2019) als Zuschauer beim Schweizer-Cup-Spiel (1. Hauptrunde) zwischen dem FC Linth 04 (1. Liga) und dem FC Schaffhausen (Challenge League) in Näfels, als sich der Linienrichter in der ersten Halbzeit verletzte (Verdacht auf Fussbruch). Daraufhin forderte der Platz-Speaker die anwesenden Schiedsrichter auf, sich kurz bei ihm zu melden. Marc Schneider kam dann die Ehre zu in diesem hochklassigen Cup-Spiel in der zweiten Halbzeit als Linienrichter zu agieren. Der anwesende Schiedsrichter-Inspizient war voll des Lobes ob der Leistung für den kurzfristig eingesprungenen Linienrichter.

Der Ostschweizer-Fussball-Verband (OFV) hat in der aktuellen Ausgabe seines Magazins „OFV Info“ (Winter 2019) ein Interview mit Marc Schneider veröffentlicht.

Bernhard Aggeler (OFV Mitarbeiter): Am 18. August 2019 schriebst Du mit Deinem kurzfristigen Einsatz im Cupspiel zwischen dem FC Linth 04 und dem FC Schaffhausen Geschichte. Was war passiert?

Marc Schneider: Ich war als Zuschauer vor Ort und freute mich auf eine packende Partie meines Dorfvereins. Nach rund 15 Minuten stolperte der Schiedsrichterassistent über eine Trinkflasche (welche am Seitenrand für die Spieler bereit lag Anm. d. Red.) und verletzte sich am Fuss. Nach der Pause konnte er nicht mehr weitermachen. So wurde unter den Zuschauern nach einem Schiedsrichter gesucht, worauf ich mich meldete.

Bernhard Aggeler: In was unterschied sich die Cup-Partie von einer regionalen Partie?

Marc Schneider: Vom Spielerischen her wenig. Dies lag aber wohl daran, dass der FC Schaffhausen einen schlechten Tag erwischte. Einzig der Zuschauer-Aufmarsch war mit 1’000 Personen am Spielfeldrand grösser als sonst. Das konnte ich aber jederzeit ausblenden.

Bernhard Aggeler: Aktuell leitest Du als Schiedsrichter Partien der 4. Liga und Du stehst als Schiedsrichter-Assistent in der 2. Liga Regional im Einsatz. Welche Ziele verfolgst Du kurz- und mittelfristig?

Marc Schneider: Grundsätzlich nehme ich Spiel für Spiel und möchte in jeder Partie mein Bestes geben sowie mich stetig verbessern. Mittel- oder aber langfristig gesehen möchte ich die regionale Spitze erreichen. Wie die Cup-Partie vom 18. August 2019 gezeigt hat, weiss man letzten Endes nie, was auf einen zukommt.

Bernhard Aggeler: Die Ausbildung zum Fussball-Schiedsrichter absolviertest Du vor bald drei Jahren. Was motivierte Dich zur Tätigkeit als Unparteiischer?

Marc Schneider: Bis zur Rekrutenschule spielte ich selber Fussball. Während meiner Militärzeit legte ich dann eine Pause ein. Im Anschluss verspürte ich aber keine Lust, wieder zu spielen. Jedoch fehlte mir der Fussball. Wieder zurück auf den Platz ins Tor wollte ich aber nicht. So informierte ich mich über die Ausbildung zum Schiedsrichter und begab mich auf diesen Weg.

Bernhard Aggeler: Welche Deiner bisherigen Partien bleibt Dir wohl für immer in Erinnerung?
Welche eher weniger?

Marc Schneider: Mein Einsatz an der Linie beim erwähnten Cup-Spiel wird mir wohl noch länger in bester Erinnerung bleiben. Nicht in Erinnerung bleiben mir wohl einige Spiele, welche fussballerisch kein allzu hohes Niveau aufwiesen und nichts Spektakuläres boten. Solche Spiele fordern mich wenig, und so vergesse ich sie auch schnell wieder.

Bernhard Aggeler: Wo trifft man Dich an, wenn der Fussball nicht im Zentrum steht?

Marc Schneider: Wenn immer möglich draussen und in Gesellschaft. So verbringe ich gerne Zeit in den Bergen, was mir als Glarner in die Wiege gelegt worden ist. Grundsätzlich bin ich ein sehr unternehmensfreudiger Mensch und mag es, wenn ich immer etwas zu tun habe. Der Turnverein Näfels ist für mich ebenfalls sehr wichtig. Ich bin dort seit drei Jahren im Vorstand tätig.

Bernhard Aggeler: Herzlichen Dank für das Interview. Wir wünschen Dir als Schiedsrichter und privat alles Gute für die Zukunft.