„Wann ist ein Trainer ein guter Trainer“? So lautete der Titel der Podiumsdiskussion am Montag-Abend 19. November 2019 in der Aula der Kantonsschule Glarus. sportglarnerland.ch (der Dachverband der Sportverbände und -vereine) lud zu diesem jährlich stattfindenden Anlass ein. Die Podiumsdiskussion wurde souverän von Regula Späni (bekannt aus dem Schweizer Fernsehen) geleitet. Die Fragen beantworteten Patrick Küng (ehemaliger Ski-Abfahrts-Weltmeister), Patrick Fischer (aktueller Eishockey-National-Trainer der Schweiz) und Mark Wolf (Leiter Trainer-Ausbildung BASPO).

Der Einladung folgten auch neun Trainer des FC Glarus. Gespannt lauschten diese dem 90-minütigen Gespräch.

Es gab verschiedene Kernaussagen, welche jeder der anwesenden Trainer selber verarbeiten wird. So kam jedoch unter anderem klar heraus, dass es in jeder Lebensphase verschiedene Trainer-Typen braucht. Während es für Sportler in jungen Jahren vor allem Technik-Ausbildner braucht, benötigt es bei Erwachsenen und Profi-Sportlern vor allem psychologische Fähigkeiten bei den Trainern. Auch auf die Unterschiede zwischen Trainer in Mannschafts-Sportarten und Einzel-Sportarten wurde intensiv eingegangen.

Ein „Geheim-Rezept“ konnten die drei Experten jedoch auch nicht geben. So ist es für Patrick Fischer wichtig, dass es zwischenmenschlich stimmt, während Patrick Küng auch strenge Trainer schätzte, welche auch mal laut wurden (falls es die Situation erforderte).

«Ein guter Trainer ermöglicht es dem Sportler, sein Potenzial auszuschöpfen»

Die neun FC Glarus Trainer, welche dieser Einladung folgten, konnten sicherlich alle von den Aussagen profitieren und werden diese Gedanken in ihre Trainer-Tätigkeit einfliessen lassen.

Bericht www.glarus24.ch:
Geballte Kompetenz am 3. Sportforum von sportglarnerland.ch am letzten Montag in der Aula der Kantonsschule Glarus. Unter der Leitung von Regula Spähni diskutierten Patrick Fischer, Patrick Küng und Mark Wolf, was einen guten Trainer ausmacht.

Das Interesse für das 3.Sportforum von sportglarnerland.ch am letzten Montag in der Aula der Kantonsschule Glarus war immens; kein Wundern wenn Patrick Fischer, Trainer Schweizer Eishockey Nationalmannschaft, Patrick Küng, Abfahrtsweltmeister, und Mark Wolf, Leiter Trainerausbildung Magglingen, unter der Federführung von Regula Spähni erörtern, was einen guten Trainer ausmacht. Dass die Frage nicht einfach zu beantworten ist, stellte sich schon zu Beginn heraus. Schliesslich gibt es schon Unterschiede, in welchem Alter und Stadium des Sportlers/Sportlerin der Trainer seine Aufgabe wahrnimmt. „Der Trainer verbringt zum Beispiel während der Pubertät viel mehr Zeit mit den Jugendlichen als seine Eltern, da ist dann auch viel Erziehung gefragt.“ Etwas, was bei einem Profi viel weniger gefragt ist, aber auch hier sei die soziale Komponente nicht zu unterschätzen, meinte Patrick Fischer. Häufig seien es andere Probleme, das ein Sportler nicht sein Optimum abliefern könne. „Wenn mein Sohn krank zu Hause liegt, bin ich ja auch nicht gleich bei der Sache.“ Wichtig auch hier beratend und unterstützend zur Seite zu stehen. Noch ein bisschen anders gestaltet es sich, wenn Einzelsportler in einem Team geführt werden müssen, wie im Ski-Kader. „Am Schluss ist man doch alleine unterwegs. Und wenn einer schneller ist, ist es kein Trost, wenn er den gleichen Anzug anhat wie ich,“ erklärte dazu Patrick Küng. Als gemeinsamer Nenner fand das Trio aber, dass ein guter Trainer authentisch sein und eine grosse soziale wie kommunikative Kompetenz haben muss. „Hier setzt auch die Aus- und Weiterbildung an“, erklärte Mark Wolf. Hier zeige sich aber auch, wer sich mit seiner Aussenwirkung auseinandersetzt oder eben nicht.

Warum so wenige Frauen als Trainer, stand zum Abschluss der Diskussion als Frage im Raum. Auch hier konnte keine abschliessende Antwort gegeben werden, es wurde aber betont, dass Frauen hier viel einbringen könnten. Wolf als ehemaliger Unihockey-Goalie hatte in seiner Zeit eine Frau als Headcoach und er konnte berichten, dass diese Trainerin schon einen etwas anderen Ansatz und Umgang mit den Spielern hatte und nicht weniger Erfolg hatte als ein männliches Pendant.

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